Der Hannovermarkt um 1925 und heute

© Matthäus Häupl/www.zeitreisende.at

Chronik Wien
08/26/2020

Die Brigittenau wird 120: Eine Zeitreise durch den Bezirk

Der Fotograf Matthäus Häupl lässt eine fiktive Zeitreisende durch den 20. Bezirk spazieren. Alte Bilder zeigen, wie die Grätzel früher ausgesehen haben.

von Katharina Zach

Die Brigittakirche inmitten einer grünen Wiese, der Hannovermarkt im Jahr 1925. Wissen Sie, wie die Brigittenau noch vor ein paar Jahrzehnten oder gar zur Bezirksgründung im März 1900 ausgesehen hat? Wie haben sich die Straßenzüge verändert, welche Bauwerke stehen noch.

Einen Eindruck dazu liefert das Projekt "Zeitreisende" von Fotograf Matthäus Häupl. Anlässlich des Jubiläumsjahres des 20. Bezirks haben der Künstler Matthäus Häupl und sein Team alte Aufnahmen gesammelt und sie mit aktuellen Bildern unterlegt.

Das Ergebnis der Arbeit gibt es ab Mittwoch als interaktive Zeitreise im PensionistInnenklub Karl Meißl Straße und ab 31. August im "Elite - Cafe Restaurant" in der Wallensteinstraße. Und: Es werden noch immer historische Fotos gesucht. In der Erinnerungskiste der Oma zu kramen könnte sich jetzt lohnen.

"Ich schnüffle gerne in der Vergangenheit herum", erklärt Initiator Häupl. Schon vor ein paar Jahren kam dem Fotografen und Filmemacher bei einem Bier mit seinem Team die Idee, eine fiktive Zeitreisende durch diverse Fotos reisen zu lassen. "Wir wollten der Bevölkerung den Spiegel vorhalten was die Selbstverständlichkeit des jetzigen Daseins betrifft", erklärt er.

Es entstand 2018 das Grafik-Projekt "Besuch in einer anderen Zeit", das auch Bezirksvorsteher Hannes Derfler (SPÖ) auffiel. Für das Jubiläumsjahr wurde nun eine Neuauflage speziell für den 20. Bezirk gestartet.

Bereits seit dem Frühjahr können Brigittenauer historische Fotos bei der Trafik von Michael Fasching in der Stromstraße abgeben. Häupl digitalisiert diese und macht sich auf die Suche nach dem Standort des Fotografen von damals. Denn die aktuellen Fotografien, die über die alten gelegt werden, sollen genau den selben Winkel haben.

Geschichten einer Zeitreisenden

Schließlich wird noch die Zeitreisende (die absichtlich keinen Namen hat) ins Bild gerückt. Sie erzählt zu den Bildern eine Geschichte aus ihrer Perspektive (geschrieben von den Autoren Uwe Schaffer oder Josef Altrichter). Natürlich gibt es auch Informationen zu den historischen Bildern. Was Häupl ebenfalls wichtig war: Geschichtliche Fakten zum Bezirk zu vermitteln, aber auch die persönlichen Geschichten hinter manchen Fotos zu erzählen.

Und so kann man etwa den alten Hannovermarkt besuchen oder sogar Teil einer Erstkommunion werden.

"Wir sind seit fast zwei Monaten draußen unterwegs um zu fotografieren und mit unserer Wanderausstellung", erzählt der Initiator. Spannend seien die Diskussionen mit den Bezirksbewohnern. Viele könnten sich gar nicht vorstellen, wie anders der Bezirk einmal ausgesehen habe. Wer einen Blick auf Häupl und sein Team erhaschen möchte hat Donnerstag oder Freitag noch in der Zuckerltante in der Klosterneuburger Straße die Gelegehnheit dazu.

Das Projekt läuft noch bis Jahresende, derzeit gibt es 20 Grafiken. 48 sind laut Häupl geplant. Auch für 2021 hat der Fotograf schon eine Idee.

Mehr Infos zu dem Projekt gibt es hier.

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