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Demos, Derby, Störaktionen: ESC als Mammutaufgabe für die Polizei

Die Wiener Polizei steht kommende Woche vor einer noch nie dagewesenen Aufgabe. Der KURIER hat die Details.
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"Wir planen schon seit Monaten", sagt Xenia Zauner, Einsatzleiterin des Polizeieinsatzes rund um den Eurovision Song Contest in Wien. Am Sonntag startet der ESC mit der Opening Ceremony am Wiener Rathausplatz. Dort werden Tausende Besucher aus aller Welt erwartet - dementsprechend hoch ist aber auch das Gefahrenpotenzial. Als wäre das nicht schon genug, findet zeitgleich auch das Wiener Derby statt, das für die Polizei fast schon traditionell herausfordernd ist. 

In den vergangenen Jahren gab es bei diesen Spielen zwischen Rapid Wien und der Wiener Austria immer wieder Ausschreitungen der Fans. In Hütteldorf müssen also viele Einsatzkräfte vor Ort sein. Außerdem findet an diesem Sonntag auch noch der Wings-for-Life-Run statt, der vom Schloss Schönbrunn aus einmal quer durch die Wiener City führt. Beide Veranstaltungen konnten nicht verschoben werden. Das Derby aufgrund des Spielplans und der Lauf, weil er auf der ganzen Welt zeitgleich stattfindet. Schon zum Start der ESC-Woche wird die Polizei also zeigen müssen, was sie kann. 

Demos mit Tausenden Teilnehmern

Nach einer kurzen Verschnaufpause am Montag geht es dann am Dienstag weiter mit dem ersten Halbfinale des Song Contests. Da wurde auch die erste Protestaktion angemeldet. Bei einer Pro-Palästina-Demonstration im Arik-Brauer-Park in Ottakring sind rund 500 Teilnehmer angemeldet. Wegen der starken Mobilisierung im Internet könnten es aber wesentlich mehr werden. 

Am Donnerstag folgt dann das zweite Halbfinale, währenddessen am Maria-Theresien-Platz zwischen den Museen für die israelisch-österreichische Freundschaft demonstriert wird. Hier kann nicht ausgeschlossen werden, dass es auch Gegendemos geben könnte. Versammlungen zu untersagen ist - auch wenn sie spontan, also nicht angemeldet sind - nicht so einfach. Solange keine verbotenen Aktionen oder andere grobe Störungen stattfinden, muss die Polizei die Demonstration zulassen. 

Der Freitag ist Nakba-Tag, ein hoher palästinensischer Feiertag, der der Geschichte Palästinas gewidmet ist. Er hat eine hohe emotionale Bedeutung für die Pro-Palästina-Bewegung und wird in Wien mit einer Kundgebung im Resselpark begangen. Zu dieser Veranstaltung haben sich 3.000 Teilnehmer angekündigt. Zudem wird es eine Protestaktion "Keine Bühne für Völkermord" geben, zu der rund 1.000 Teilnehmer kommen wollen. Wo diese stattfinden wird, ist derzeit noch offen.

Finale mit großem Demozug

Der heikelste Tag für die Polizei wird dann aber wohl der Samstag mit dem ESC-Finale werden. Neben den Tausenden Besuchern, die sowohl in der Stadthalle, am Rathausplatz als auch in verschiedenen Locations in Wien feiern werden, wollen mehrere Tausend Demonstranten ihre Solidarität mir Palästina ausdrücken. Sie werden um 15 Uhr vom Christian-Broda-Platz über die Mariahilfer Straße und die Herbststraße zum Arik-Brauer-Park marschieren. Außerdem gibt es eine Pro-Iran-Kundgebung am Heldenplatz und eine Pro-Israel-Demo in der Mariahilfer Straße. 

"Wir sind auch auf Störaktionen vorbereitet", sagt Einsatzleiterin Zauner.                          

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