Caritas: Wenn Freiwillige im Kindergarten mitspielen
Zusammenfassung
- Freiwillige Freispieler unterstützen in Kindergärten beim Spielen, Lesen und Turnen, um Pädagogen zu entlasten.
- Das Caritas-Projekt umfasst aktuell 45 Freiwillige an 32 Standorten, viele weitere Kindergärten stehen auf der Warteliste.
- Für Freispieler sind keine pädagogischen Vorkenntnisse nötig, Schulungen werden regelmäßig angeboten.
Jedes Kind ist unterschiedlich – und auch seine Bedürfnisse. In Kindergartengruppen mit 20 bis 25 Kindern ist es für Pädagogen oft schwierig, auf jedes einzelne Kind einzugehen. Genau hier setzen sogenannte Freispieler an: freiwillige Helfer, die in Kindergärten aber auch in Volksschulen Zeit mit den Kindern verbringen, mit ihnen spielen, lesen oder lernen.
2013 wurde das Konzept der Freispieler ins Leben gerufen, seit 2024 befindet sich das Projekt in den Händen der Caritas. Insgesamt gibt es derzeit 45 Freiwillige an 32 Kindergarten-Standorten, weitere 72 Kindergärten hätten gerne Freispieler.
Keine pädagogischen Vorkenntnisse nötig
Im Kinderfreunde-Kindergarten in der Prandaugasse 5 arbeitet Susanne Pichler seit drei Jahren als Freispielerin. Eine pädagogische Ausbildung hat die 59-Jährige nicht. „Ich war früher in einer Bank angestellt“, erzählt sie.
Jeden Donnerstag verbringt sie drei bis vier Stunden in einer der Kindergartengruppen. „Die Kinder kennen mich schon und freuen sich jedes Mal, wenn sie mich sehen.“
Leo und Raffael sind sechs Jahre alt. Im September kommen sie in die Schule. „Susi“ kennen sie schon lange. „Mit der Susi gehen wir Turnen, spielen UNO und lesen in der Kuschelecke“, erzählen die beiden.
Kindergartenpersonal ist dankbar
Die Pädagogin der Gruppe, Sarah C., schätzt die Zusammenarbeit mit der Freispielerin sehr. „Am Donnerstag haben wir immer Turnen. Da hilft sie uns beim Umziehen, und wir können leichter den Überblick behalten“, sagt sie. Auch die Leiterin des Kindergartens, Julia Reininger, ist dankbar: „Wir hätten gerne in jeder Gruppe so jemanden wie Susi.“
Geld- und Helfermangel
Ein Grund dafür, dass nicht jeder Kindergarten Freispieler bekommt, liegt am Budget. Die Freispieler werden von einem kleinen Team bei der Caritas koordiniert, sagt Martina Polleres-Hyll, Leiterin des Projekts Freispiel.
„Freiwillige müssen sich an Hauptamtliche wenden können. Um diese einzustellen, brauchen wir Budget.“ Aber auch an Freiwilligen fehlt es: „Wir können nicht genug Freispieler haben. Die Kinder nehmen sehr viel aus diesem Projekt mit, und auch von den Freiwilligen kommt durchwegs positives Feedback“, so Polleres-Hyll.
Von links nach rechts: Eva Huber - Teamleitung Projekt Freispiel, Julia Lenhard - Öffentlichkeitsarbeit der Kinderfreunde, Julia Reininger - Leitung Kindergarten, Martina Polleres-Hyll - Leitung von Freispiel
Keine Vorkenntnisse notwendig
Eine pädagogische Grundausbildung ist für Freispieler nicht notwendig. Damit sich die Freiwilligen im Alltag mit den Kindern sicher fühlen, bietet das Projekt regelmäßig Schulungen an – etwa zu pädagogischen Grundlagen oder zum Umgang mit Konflikten. „Die einzige Voraussetzung ist, gerne Kinder um sich zu haben“, heißt es von der Caritas. Interessierte können sich unter freispiel@caritas.at melden.
Interessierte können sich unter freispiel@caritas.at melden. Oder sich auf der Website informieren: https://www.freispiel.or.at/
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