Drei Namen, ein Spitzenjob: Wien sucht einen neuen Militärchef

Kurt Wagner und Michael Ludwig am Weihnachtsmarkt
In Wien beginnt das Rennen um die Nachfolge von Kurt Wagner. Der Posten mit Prestige und politischer Nähe ist bereits ausgeschrieben.

Er ist dabei, wenn Staatsoberhäupter von zackig salutierenden Gardesoldaten empfangen werden, nimmt an vielen gesellschaftlichen Anlässen teil und unterstützt etwa die zivilen Behörden in Katastrophenfällen.

Der Job des Militärkommandanten von Wien zählt sicher zu den schillerndsten Aufgaben, die das Österreichische Bundesheer zu bieten hat.

Seit fast 14 Jahren ist Kurt Wagner Militärchef in der Bundeshauptstadt. Der gebürtige St. Pöltner hat in der Armee Karriere gemacht. 

Vom Fähnrich an der Theresianischen Militärakademie, zum Kommandanten der 3. Panzergrenadierbrigade, bis hin zum Leiter des Instituts für höhere militärische Führung an der Landesverteidigungsakademie verlief seine Laufbahn, die nun in der Graf-Radetzky-Kaserne in Wien enden wird. Wagner wird heuer 65 Jahre alt.

Gut bezahlter Job

Unterdessen hat hinter den Kulissen längst die Suche nach einem Nachfolger begonnen, die Ausschreibung läuft bereits. Wie der KURIER in Erfahrung bringen konnte, wird mit vielen Bewerbern gerechnet, schließlich geht es um einen begehrten Arbeitsplatz – und dazu noch um einen sehr gut bezahlten.

Wer fünf Jahre vor seinem Pensionsantritt Militärkommandant von Wien wird, kann mit einer Gage von etwa 12.000 Euro brutto rechnen. Allerdings ist man pauschaliert, Überstunden werden also nicht extra bezahlt.

In Offizierskreisen wird schon heftig darüber spekuliert, wer Wagner folgen könnte. Drei Offiziere werden hoch gehandelt, eine offizielle Entscheidung wird es aber erst nach einem Hearing geben.

Politisch gut vernetzt

Als Top-Favorit, so ist zu hören, gilt Robert Beneder. Der Oberst, der im Verteidigungsministerium als Evaluierungsdirektor für Personal und Miliz arbeitet, ist seit mehr als drei Jahrzehnten im In- und Ausland als Soldat aktiv – unter anderem als Kommandant der Garde.

Beneder wird aber auch deshalb hoch gehandelt, weil er in der Sozialdemokratie bestens vernetzt ist. In Himberg, Bezirk Bruck an der Leitha, ist er geschäftsführender SPÖ-Gemeinderat, zudem scheint er als Vorsitzender des "Verbandes sozialdemokratischer Offizier:innen und Bediensteter des Bundesheeres" auf.

Ernst Wendl und Robert Beneder

Beneder (re.) ist SPÖ-Gemeinderat in Himberg.

Da SPÖ-Bürgermeister Michael Ludwig bei der Bestellung des Militärkommandanten von Wien eine Art Mitspracherecht hat, könnte Ludwig an der Vita Beneders durchaus Gefallen finden.

Bekannter Name

Ein Name, der ebenfalls immer wieder genannt wird, dürfte vor allem viele Politik-Interessierte aufhorchen lassen: Konstantin Lütgendorf, Sohn des legendären Verteidigungsministers und Mitbegründers des Jagdkommandos, Karl Lütgendorf (1971 bis 1977), darf sich ebenfalls Hoffnungen auf den Top-Job machen.

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Konstantin Lütgendorf, Sohn des einstigen Verteidigungsministers.

Der Niederösterreicher kann unter anderem auf Auslandseinsätze in Syrien und im Tschad zurückblicken und forschte auch zum Thema „Politischer Islam“. Auch deshalb dürfte es ihn ins Abwehramt verschlagen haben.

Viel Auslandserfahrung

Gute Chancen dürfte zudem Manfred Taschler haben, der derzeit das Lagezentrum im Verteidigungsministerium leitet. Taschler kann ebenfalls auf eine erfolgreiche Karriere zurückblicken. 

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Manfred Taschler darf sich ebenfalls Chancen ausrechnen.

Er war unter anderem Kommandant der Kaserne in Zwölfaxing und bringt vor allem viel Auslandserfahrung mit, zum Beispiel als Kommandant des österreichischen EUFOR-Kontingents in der Friedensmission EUFOR/ALTHEA in Bosnien und Herzegowina.

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