© Kurier/Jeff Mangione

Krieau
09/25/2018

10,4 Millionen Euro für die Wiener Trabrennbahn

So hoch ist Mindestpreis, wenn die Traber bleiben. Entsteht Bauland, muss der Investor nachzahlen

von Anna-Maria Bauer

Moderne Büros in Ovalform und mit Glasfassaden, das erste komplett fassadenbegrünte Gebäude Österreichs („Vertical Green“) und das Nachhaltigkeits-Gütesiegel ÖGNI für das gesamte Viertel: Sabine Müller und Walter Hammertinger, Geschäftsführer der IC Development, sind stolz darauf, was in den vergangenen Jahren in ihrem „Viertel Zwei“ – dem Areal zwischen U-Bahnstation Krieau und Stadion sowie der Trabrennbahn – entstanden ist (Bauphase I und II ) und dort noch entstehen soll. (Bauphase III).

Als Entwickler würden sie seit 15 Jahren ihr Engagement und Herzblut in den Standort stecken. Dass sie nun zum politischen Spielball werden, finden sie „etwas irritierend“ – und luden am Dienstag zum Hintergrundgespräch.

 

Konkret stehen derzeit zwei Anschuldigungen rund um die Krieau im Raum – die zwar eigentlich gegen die Stadt Wien gerichtet sind, dennoch die IC Development betreffen. Im Frühsommer deckte das Profil auf, dass die Stadt Wien nicht nur das Areal rund um die Trabrennbahn, sondern auch die Rennbahn selbst inklusive Tribüne verkauft hatte – und das zu einem zu geringen Preis. Bereits im Jahr 2014 wurde, damals vom Falter, aufgegriffen, dass auch für die Flächen rund um die Trabrennbahn zu wenig Geld von der Stadt verlangt worden sei.

Heute, Mittwoch, wird die Opposition die SPÖ zu dem gesamten Deal in einem Sondergemeinderat befragen.

Gemäß Gemeinderat

Walter Hammertinger meinte am Dienstag zu den Anschuldigungen: „2004 – als der Standort alles andere als eine Toplage, sondern eine Betonwüste war – wurde im Gemeinderat der Optionsverkauf für das Areal gewährt. 2009 haben wir diese Option gezogen und damit gekauft.“

Der Mindestpreis für die Trabrennbahn inklusive Tribüne beträgt 10,4 Millionen Euro. Dieser Preis gilt für die unbebaubare Fläche mit dem Trabrennverein als unbefristetem Pächter – also der aktuellen Situation. Der Betrag wird bei Eintragung ins Grundbuch fällig – was aktuell noch nicht geschehen ist.

Sollte der Trabrennverein beschließen, abzusiedeln und die Stadt das Gebiet in Bauland umwidmen – das ist möglich, wenn innerhalb des Stadtgebiets eine adäquate alternativ Sportfläche geschaffen wird – wäre IC Development zu einer Nachzahlung verpflichtet. „In diesem Fall rechnen wir mit einem finalen Kaufpreis zwischen 50 und 70 Millionen Euro“, sagte Hammertinger.

Man wolle den Trabrennverein aber keineswegs vertreiben, ging Müller auf derartige Gerüchte ein. Man unterstütze den Verein jedoch bei seiner Evaluierung von Alternativstandorten.

Die Vorwürfe, bereits Pläne für eine dichte Bebauung des Rennbahnareals zu haben, wiesen Müller und Hammertinger zurück: „Hier wurde aus einer Bebauungsstudie zitiert. Das hat nichts mit konkreten Plänen zu tun. Wir haben noch keine konkreten Ausarbeiten angestellt. Wir sind derzeit mit dem Bau der Phase III beschäftigt.“

Im Zuge dieser Bauphase sind bis 2023 die zwei Hochhäuser Grünblick und Weitblick, das Wohnprojekt Korso und eine Volksschule zwischen Rennbahn und Meiereistraße geplant. Zudem sollen die alten Stallungen revitalisiert werden.

Für das Bauland aller drei Bauphasen auf denen insgesamt 22 Gebäude entstehen, hat die IC Development der Stadt Wien insgesamt 80 Millionen Euro bezahlt.

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