Muslime aus der ganzen Welt in Mekka

© APA/AFP/BANDAR ASDANDANI

Saudi-Arabien
06/21/2016

Unziemliche Frisuren: 50 Jugendliche in Mekka festgenommen

Die Missetäter wurden angewiesen, nicht gegen die Bestimmungen des Islam zu verstoßen.

In der saudiarabischen Pilgerstadt Mekka sind seit Beginn des Fastenmonats Ramadan 50 Jugendliche wegen als unislamisch geltender Frisuren und Kleidung festgenommen worden.

Das regierungsnahe Nachrichtenportal Sabk berichtete am Dienstag, die Jugendlichen hätten sich mehrerer Vergehen schuldig gemacht: "merkwürdige Haarschnitte, Ketten über der Brust oder am Handgelenk, kurze und schamlose Kleidung - sowohl für Männer als auch für Frauen". Die Missetäter wurden angewiesen, nicht gegen die Bestimmungen des Islam zu verstoßen.

In Saudi-Arabien ist der Wahabismus Staatsreligion, eine ultrakonservative Lesart des Islam. Er verbietet Frauen unter anderem das Autofahren, Reisen ohne Erlaubnis eines männlichen Familienangehörigen und Restaurantbesuche ohne Begleitung. Frauen müssen überdies in der Öffentlichkeit von Kopf bis Fuß schwarz verschleiert sein.
Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist allerdings jünger als 25 Jahre und nicht zuletzt durch intensive Internetnutzung über Trends im Ausland informiert.Der Fastenmonat Ramadan begann in diesem Jahr am 6. Juni.

Schatten für Mekka: Mega-Sonnenschirm gleitet mit heimischem Know-how

Einen riesigen Sonnenschirm für die Große Moschee in Mekka hat der deutsche Maschinenbauer Liebherr Ehingen mit Unterstützung österreichischer Forscher entwickelt. Damit der 600-Tonnen-Schirm die Pilger vor der Sonne schützen kann, erarbeiteten Vorarlberger Experten ein neues Konzept zum Ausfahren der acht Teleskoparme, das ohne Schmierstoffe auskommt. Die Konstruktion wird derzeit aufgebaut.

Im Zuge der alljährlichen Hadsch wird das gerade im Umbau befindliche weitläufige Gelände der Moschee von Hunderttausenden Pilgern besucht - und das oft bei extrem hohen Temperaturen. Nach der Erweiterung soll die wichtigste und größte Moschee der Welt sogar mehr als einer Million Gläubigen Platz bieten.

Mit seiner Höhe von 30 Metern und einer Spannweite von 53 Metern ragt die Neuentwicklung deutlich aus der Masse an dort bereits vorhandenen Schattenspendern heraus. "Es dürfte sich weltweit um den größten Schirm dieser Art handeln", erklärte Alexander Diem vom Forschungsinstitut V-Research aus Dornbirn, dessen Team an der Entwicklung beteiligt war.

Das Vorarlberger Institut, Mitglied des mittelständischen Forschungsnetzwerks Austrian Cooperative Research (ACR), konzentriert sich auf industrielle Forschung und Entwicklung mit einem Schwerpunkt auf Tribologie (Reibungslehre). Die Schatten spendende Membran des klappbaren Mega-Sonnenschirms wird von den acht ausfahrbaren Teleskoparmen aufgespannt. Dafür brauchte es eine Lösung, die sichergestellt, dass das unter den Armen aufgespannte Gewebe nicht von Schmiermitteln verschmutzt wird.

Im April 2012 gingen die Forscher daher daran, systematisch nach Lösungen für einen schmierstofffreien Betrieb zu suchen. Im Rahmen des von der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) unterstützten Projekts mussten die für das Reibungs- und Verschleißverhalten wichtigen Rahmenbedingungen, wie etwa die Traglasten, Temperaturen oder der Einfluss von Sand analysiert werden. In eigens entwickelten Modellversuchen wurden diese Bedingungen dann nachgestellt.

"Wir konnten eine funktionierende Werkstoff- bzw. Beschichtungspaarung finden, die im ersten Moment nicht auf der Hand liegt", sagte Diem. Als der Schirm dann im Juni 2014 am Betriebsgelände des deutschen Projektpartners für Tests aufgebaut wurde "war das auch für uns ein sehr befriedigendes Ereignis", so der Forscher.

Dass diese sehr spezielle technische Entwicklung für den Auftraggeber aus Saudi-Arabien dazu führt, dass in naher Zukunft beispielsweise viele Kräne mit ähnlich funktionierenden Auslegern nicht mehr eingefettet werden müssen, sei unwahrscheinlich. Gerade auf komplexe tribologische Systeme wirken laut Diem sehr viele Einflussfaktoren ein, was direkte Übertragungen in andere Bereiche oft erschwere.

Pilger-Hochgeschwindigkeitszug nach Mekka

Nach Kostensteigerungen und Verzögerungen soll eine milliardenteure Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke in Saudi-Arabien nun in rund zwei Jahren in Betrieb gehen. Man rechne mit einer Fertigstellung des 6,7 Mrd. Euro teuren Projekts zwischen den heiligen Städten Medina und Mekka in der ersten Jahreshälfte 2018, so der Chef der zuständigen spanischen Staatsfirma Ineco, Jesus Silva, Anfang Juni in Madrid an.

Der "Haramain High Speed Train" wird zwischen den heiligen Städten Medina und Mekka knapp 450 Kilometer durch die Wüste führen. Die Reise soll bei Spitzengeschwindigkeiten von 320 Kilometern pro Stunde weniger als drei Stunden dauern. Pro Tag sollen etwa 166.000 Menschen, vorwiegend Pilger, transportiert werden.

Die Fertigstellung war zunächst für Anfang 2017 geplant gewesen. Man habe auf einer Teilstrecke erste Tests mit Talgo-Zügen gemacht, die Geschwindigkeiten von rund 200 Stundenkilometern erreicht hätten, sagte Silva. Erwogen wird zudem, am Flughafen der Hafenstadt Dschidda am Roten Meer eine zusätzliche Station zu bauen.

Ohne Zahlen zu nennen bestätigte Silva Kostensteigerungen, die aber "nicht maßlos" seien. Das von der spanischen Bahngesellschaft Renfe angeführte Konsortium wird die Strecke nicht nur bauen, sondern zwölf Jahre lang betreiben.

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