Russland: Kugelblitz tötete Burschen in Jurte

Innenansicht einer traditionellen mongolischen Jurte mit bemalten Stützen und Gitterwänden.
Der seltene Blitz sei in die Hütte gerollt. Zwei Mädchen erlitten Verletzungen, Hund starb ebenfalls.

Ein seltener Kugelblitz hat nach Behördenangaben im hohen Norden Russlands einen Siebenjährigen in einer Jurte getötet. Das Unglück ereignete sich auf der Jamal-Halbinsel nördlich des Polarkreises. Der leuchtende Blitz sei in die Hütte gerollt, wo ein Hund nach ihm geschnappt habe. Beim Kontakt mit dem Kugelblitz kamen demnach der Bub und der Hund ums Leben, zwei Mädchen erlitten Verbrennungen.

Das teilten die Behörden in der Gebietshauptstadt Salechard der Agentur Interfax zufolge mit. In der Tundra der Jamal-Halbinsel leben viele halbnomadische Rentierhalter vom Volk der Nenzen. Im Gebiet Tula südlich von Moskau soll am Mittwoch ein Kugelblitz ein Mädchen in einer Wohnung leicht verletzt haben.

Seltenes Phänomen

Als Kugelblitz wird eine kugelförmige Leuchterscheinung meist nahe einem oder während eines Gewitters und vorwiegend in Bodennähe bezeichnet. Das Phänomen wird seit Jahrhunderten selten, aber immer wieder von Augenzeugen beschrieben. Eine allgemein anerkannte Erklärung konnte bisher nicht gefunden werden. Einige Forscher halten Entladungen in metalldämpfen oder spezielle atmosphärische Reaktionen für eine mögliche Ursache. Andere Experten vermuten, dass es sich um Sinnestäuschungen im Auge handelt, hervorgerufen durch starke elektrische Entladungen von Blitzen.

Russische Behörden gehen fest von der Existenz von Kugelblitzen aus, wie in diesem Fall die Ermittlungsbehörde in Salechard. 2011 soll ein Kugelblitz einen Bus mit deutschen Touristen in Kaliningrad (früher Königsberg) getroffen, aber niemanden verletzt haben. 2007 fielen Behörden zufolge ein Hirte und 300 Schafe im Nordkaukasus einem Kugelblitz zum Opfer. In Jekaterinburg am Ural soll 2003 ein Mädchen tödlich getroffen worden sein.

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