MH370: Die Hoffnung schwindet langsam
Neue Hoffnungen auf ein baldiges Auffinden des seit fast fünf Wochen verschwundenen Flugzeugs haben sich am Freitag zerschlagen. Die im Indischen Ozean am Donnerstag aufgefangenen Funksignale stammten nach einer ersten Analyse nicht von der Blackbox der Boeing, teilte der Koordinator der Suchaktion, Angus Houston, am Freitag in Perth mit.
Australiens Regierungschef Tony Abbott hatte sich kurz zuvor am Rande eines Besuchs in China vor Reportern noch zuversichtlich geäußert, dass die Signale von der Maschine stammten.
Signale können von Messgeräte stammen
Im Ozean können auch Messgeräte akustische Signale aussenden. Strömungsmesser zum Beispiel setzen Forscher zum Teil als sogenannte Floats oder Drifter aus, so können sie auch in entlegene Ozeanregionen gelangen, erklärt Detlef Quadfasel von der Leitstelle Deutsche Forschungsschiffe in Hamburg. Außerdem gebe es fest verankerte Geräte, die Strömung, Temperatur oder Salzgehalt im Ozean registrierten. "Es gibt verschiedene Messgeräte im Meer, die auch solche Signale aussenden können", betonte Quadfasel. Der Experte konnte aber nicht sagen, ob es in der Suchzone solche Messgeräte gibt - und ob sie zu der aufgefangenen Frequenz passen würden.
Olaf Boebel, Leiter Ozeanakustik am Alfred-Wegener-Institut (AWI), hält es für wahrscheinlicher, dass die Signale von einer Gruppe von Schnabelwalen stammen. "Der Frequenzbereich ist sehr ähnlich." Außerdem passe die Wiederholungsrate und das charakteristische "Klick"-Geräusch, das dem "Ping" einer Blackbox ähnele. Von den Schnabelwalen gebe es Hunderttausende - deshalb sei es durchaus denkbar, dass sie den Suchteams in die Quere kämen.
Suche geht weiter
Über den Einsatz des ferngesteuerten U-Boots zum Auffinden des Wracks würden Experten an Bord der "Ocean Shield" entscheiden, teilte Houston mit. Das könne noch Tage dauern. "Ausgehend von den Informationen, die mir vorliegen gibt es keinerlei Durchbruch bei der Suche nach MH370", teilte Houston mit.
Batterie am Ende
Malaysia Airlines-Flug MH370 mit 239 Menschen an Bord war am 8. März auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking verschwunden. Die Maschine drehte nach Süden und flog noch mehrere Stunden, ohne dass Flugsicherheitsbehörden Kontakt zu ihr hatten.
Abbott warnte, die Batteriestärke der Blackbox des verschwundenen Fliegers müsse nun dem Ende nahe sein. Die Suchteams hofften, so viel Information wie möglich über den genauen Standort zu gewinnen, bevor das Signal abreiße.
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