Chronik | Welt
26.04.2018

Duterte lässt die "schönste Insel der Welt" schließen

Fäkalien im Meer, Schwarzbauten, keine Kanalisation - bis November dürfen Touristen die Insel Boracay nicht mehr betreten.

Weiße Sandstrände, klares Wasser, atemberaubende Tauchtouren – mit diesen Angeboten hat die philippinische Insel Boracay im vergangenen Jahr mehr als zwei Millionen Touristen angelockt – und muss jetzt schließen. „Aus der Ferne ist Boracay sehr schön. Aber wenn man ins Wasser geht, stinkt es. Und nach was? Nach Scheiße“, sagte der philippinische Präsident Rodrigo Duterte über die beliebte Urlaubsinsel, als er den Befehl gab, die Insel für ein halbes Jahr für Touristen zu sperren.

Der Grund: Massive Probleme mit dem Umweltschutz. Zahlreiche Hotels, Restaurants und Geschäfte sollen ihr Abwasser ungefiltert ins Meerwasser leiten – das Meerwasser ist mit E.coli-Bakterien verseucht, die auch im menschlichen Darm vorkommen. Duterte bezeichnete Boracay deswegen auch als „Kloake“. Eine funktionierende Kanalisation gibt es auf Boracay nicht. Auch die zahlreichen Schwarzbauten sowie die schlechte Qualität mancher Touristenunterkünfte waren für seine Entscheidung ausschlaggebend.

Schönste Insel der Welt

600 Sicherheitskräfte sorgen derzeit dafür, dass Touristen die Insel nicht mehr betreten, die vom  Reisemagazin Condé Nast Traveler vergangenes Jahr zur schönsten Insel der Welt gewählt worden war. Bis November soll Borocay wieder instand gebracht werden, wie das Problem genau gelöst werden soll ist noch unklar.

Die 40.000 Einwohner der Insel, die sich hauptsächlich mit Tourismus finanzieren, sehen unsicheren Zeiten entgegen, jedoch will ihnen die Regierung mit 30 Millionen Euro unter die Arme greifen.