Gummibärchen von Haribo liegen am 02.07.2014 in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen). Der Süßwarenhersteller Haribo verlegt seinen angestammten Firmensitz von Bonn in die rheinland-pfälzische Gemeinde Grafschaft. Foto: Martin Gerten/dpa (zu dpa "Nach fast 100 Jahren: Haribo kehrt Bonner Heimat den Rücken" vom 02.07.2014) +++(c) dpa - Bildfunk+++

© APA/dpa

Deutschland
02/17/2017

Pensionist soll Haribo und Kaufland erpresst haben

Der Mann soll gedroht haben, Süßigkeiten mit Zyanid zu vergiften. Forderung nach einer Million Euro endete mit Festnahme.

Ein Pensionist aus Dortmund soll die Unternehmen Haribo und die Einzelhandelskette Kaufland erpresst haben. "Es gibt ein entsprechendes Ermittlungsverfahren", sagte ein Sprecher der Bonner Staatsanwaltschaft am Freitag. Details wollte er nicht nennen.

Demnach soll der 74-Jährige im Dezember 2016 gedroht haben, Süßigkeiten mit Zyanid zu vergiften, wenn ihm nicht eine Million Euro gezahlt wird.

"Haribo hat zu jeder Zeit mit den zuständigen Ermittlungsbehörden kooperiert", teilte ein Sprecher von Haribo in Bonn mit. "Wie uns auch die Polizei bestätigt hat, bestand zu keiner Zeit Gefahr für unsere Verbraucher." Das bestätigte auch der Sprecher der Bonner Staatsanwaltschaft: Die Ermittler gingen davon aus, dass zu keiner Zeit eine Gefahr für Kunden oder Öffentlichkeit bestanden habe.

Zyanid im Darknet bestellt

Nach Recherchen des WDR hat der 74-Jährige auf jeweils zwei Produkte der Unternehmen den Warnhinweis "Vorsicht Gift" geklebt und sie in Läden ausgelegt. Zu dieser Zeit sei ihm aber schon die Polizei auf der Spur gewesen. Der Mann habe das Zyanid im Darknet bestellt und auch bezahlt - erhalten habe er es allerdings nicht. Seine Forderungen habe er zunächst per Einschreiben geschickt, später soll er per E-Mail nachgelegt haben.

Geldnot als Motiv

Zu Weihnachten nahm die Polizei den Verdächtigen fest. Als Motiv soll er Geldnot angegeben haben. "Ob und wann wir Anklage erheben, ist noch unklar", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Der Mann sei nach einer Haftbeschwerde vorläufig auf freien Fuß gesetzt worden.

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