Chronik | Welt
24.03.2018

Betrunkener Co-Pilot knapp vor Abflug gestoppt

Nachdem keine Ersatzcrew bereit war, mussten die 106 Passagiere die Nacht im Hotel verbringen.

Ein Flughafenmitarbeiter hat einen betrunkenen Co-Piloten am Flughafen Stuttgart kurz vor dem Abflug nach Lissabon mit 106 Passagieren an Board gestoppt. Der 40-jährige Co-Pilot hatte am Freitagabend bereits im Cockpit mit den Vorbereitungen für den Flug begonnen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten.

Dem Flughafenmitarbeiter waren bei dem Co-Piloten ein unsicherer Gang und Alkoholgeruch aufgefallen - er informierte die Luftaufsicht und die Polizei. Die Beamten stellten fest, dass der Mann deutlich alkoholisiert war. Die 106 Passagiere mussten die Nacht im Hotel verbringen, weil keine Ersatzcrew bereitstand.

Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln nun wegen des Verdachts der versuchten Gefährdung des Luftverkehrs gegen den 40-jährigen Portugiesen. Zu weiteren Details wollte sich die Polizei auf Nachfrage nicht äußern. Der Co-Pilot wurde zunächst vorläufig festgenommen - von ihm wurde eine Sicherheitsleistung von 10.000 Euro verlangt, um wieder auf freien Fuß zu kommen. Zudem wurde beantragt, dass seine Fluglizenz beschlagnahmt wird.

Die 106 Passagiere müssen wohl bis zum Montag auf einen Ersatzflug nach Lissabon warten. Die Fluggesellschaft TAP Air Portugal teilte am Samstag auf Twitter mit, dass erst dann wieder Plätze verfügbar seien. Die Passagiere mussten bisher die Nacht auf Samstag in einem Hotel verbringen, weil keine Ersatzcrew bereitstand.