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Chronik Welt
01/17/2020

Zu dick für Polizeiauto: IS-Schwergewicht mit Pick-up abtransportiert

Der extremistische Hassprediger Shifa al-Nima dürfte in seinem Versteck ordentlich zugelangt haben.

Die irakische Spezialeinheit SWAT hat mit Shifa al-Nima ein Schwergewicht des IS verhaftet. Der extremistische Prediger wurde in seinem Versteck im nordirakischen Mossul aufgestöbert.

Über einen Fluchtversuch ist nichts bekannt, dazu wäre al-Nima wohl aber auch nicht mehr fähig gewesen: Der Hassprediger wies bei seiner Verhaftung massives Übergewicht auf.

Deshalb konnte er auch nicht mit einem konventionellen Polizeiwagen abtransportiert werden, sondern wurde auf die Ladefläche eines Pick-ups verfrachtet. Die Polizei musste das widerstandsfähige Vehikel extra anfordern.

Die Verhaftung al-Nimas ist ein weiterer, schwerer Schlag für den IS. Der Hassprediger - auch bekannt unter dem Namen "Abu Abdul Bari" - soll federführend die Zerstörung von Kulturstätten in Mossul angeordnet haben.

"Er gilt als einer der Führungspersonen innerhalb der Terrorgruppe und war für die Herausgabe von Fatwas verantwortlich, die zur Ermordung von Gelehrten und Geistlichen geführt haben", sagte ein irakischer Polizist. "Abdul Bari" wird zudem des Sklavenhandels und der Vergewaltigung beschuldigt.

Laut Medienberichten wog der "Mufti" (islamischer Rechtsgelehrter) bei seiner Verhaftung stramme 250 Kilo.

Lebensmittel-Engpässe

In und rund um Mossul müssen indes noch immer Hunderttausende Jesiden - eine ethnische Minderheit im Nordirak - in Flüchtlingslagern ausharren. Es mangelt an Wasser und Strom, Lebensmittel und Getränke sollen laut NGO-Angaben nur schwer zu bekommen sein. Eine Hungersnot, für die al-Nima und seine Mitstreiter hauptverantwortlich sind.

Der IS hatte Mossul im August 2014 eingenommen und eine Herrschaft des Terrors errichtet. 2017 konnte Mossul nach einer Großoffensive der irakischen Streitkräfte zurückerobert werden.