Rauchen als Luxus: Wo Zigaretten noch teurer sind als in Österreich

Eine geöffnete Zigarettenschachtel liegt auf einem Fünf-Euro-Schein.
In Österreich ist das Rauchen teurer geworden. Wie entwickeln sich die Preise in der EU? Ein Vergleich.

In Österreich sind die Zigaretten seit Montag, dem 19. Jänner, teurer geworden und werden nun quasi zum Luxusgut: Die Preise pro Packung steigen – abhängig von der Marke – um 10 bis 40 Cent.

Ein Rechenbeispiel: Für eine Packung Marlboro müssen Konsumenten ab sofort sieben Euro zahlen. Als Grund für die Preisanhebung wird die Erhöhung der Tabaksteuer genannt, die ab dem 1. Februar 2026 in Kraft tritt. Ziel der Bundesregierung ist es, in Zeiten des Budgetdefizits damit zusätzliche 100 Millionen Euro an Steuereinnahmen zu generieren.

Zigarettenpreise in der EU: Von 3 bis 18 Euro

Die Preiserhöhungen variieren je nach Marke – beispielsweise kosten Zigaretten von Camel Blue künftig etwa 6,80 Euro statt bisher 6,50 Euro. Derzeit liegt der durchschnittliche Preis für eine Packung Zigaretten (20 Stück) bei etwa 6,25 Euro, je nach Marke muss man allerdings häufig mit rund 6,50 bis 7 Euro pro Packerl rechnen.

Doch wie sieht es mit den Preisen im internationalen Vergleich aus – wo sind die Preise für Zigaretten am teuersten und wo am billigsten?

Innerhalb Europas unterscheiden sich die Preise erheblich. Irland ist mit Preisen von über 18,94 Euro für eine Packung Zigaretten der Spitzenreiter, gefolgt von Frankreich mit 14,25 Euro (Stand Statista November 2025). 

In den Niederlanden und in Finnland sind die Preise etwas niedriger, aber mit rund 12 Euro fast doppelt so teuer als in Österreich. In Belgien liegt der Preis für eine Packung mit 20 Zigaretten bei rund elf Euro, in Dänemark bei rund zehn Euro, in Deutschland bei etwa acht Euro, in Italien bei ungefähr 6,40 Euro und in Spanien bei etwa sechs Euro. 

Zigaretten werden Richtung Süden billiger

In den Nachbarländern Ungarn und Tschechien sind die Zigarettenpreise vergleichbar mit Österreich. Deutlich billiger wird es hingegen weiter südlich: In Slowenien zahlt man für ein Packerl etwa 5,75 Euro, in Kroatien 5,23 Euro und in Griechenland 4,96 Euro. Die billigsten Zigaretten in der EU gibt es in Polen für 4,88 Euro und Bulgarien für 3,69 Euro. 

Außerhalb der EU, beispielsweise in Bosnien-Herzegowina, zahlt man für eine Packung Zigaretten zwischen drei und 3,50 Euro, in Serbien rund vier Euro, in Montenegro liegt die Preisspanne zwischen drei und fünf Euro, in Albanien kosten sie etwa 3,70 Euro. Auch in der Türkei ist das Rauchen relativ günstig mit einem Preis von knapp unter drei Euro. 

23 Euro pro Packerl?

Geht es nach der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollten die Zigarettenpreise noch deutlich höher liegen. Rüdiger Krech, WHO-Direktor für Gesundheitsförderung, argumentiert, dass ein Packerl eigentlich 23 Euro kosten sollte, um die durch Rauchen verursachten Kosten für das Gesundheitssystem auszugleichen. Laut Krech würden durch Raucher in Deutschland Kosten von 97 Milliarden Euro für das Gesundheitssystem entstehen, wie die deutsche Bild online berichtet. 

Diese Kosten umfassen Ausgaben für Krankenkassen, medizinische Versorgung und Folgekosten, die direkt mit dem Rauchen in Verbindung stünden.

So viel kosten Raucher den Staat

Und wie ist es in Österreich? Hierzulande tragen Raucher mittlerweile gut zwei Prozent des Gesamtbudgets der Republik bei: Im Jahr 2025 brachten Zigaretten rund 2,2 Milliarden Euro, inklusive Mehrwertsteuer 2,9 Milliarden Euro, an Tabaksteuer ein, wie Marktdaten von JTI Austria zeigen. 

Allerdings sterben laut Sozialministerium jährlich etwa 14.000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. Auch verursacht das Rauchen dem österreichischen Staat hohe Gesundheits- und Folgekosten: Laut einer Studie des Instituts für Höhere Studien (IHS) belaufen sich die volkswirtschaftlichen Verluste durch Tabakkonsum auf rund 2,411 Milliarden Euro oder etwa 0,7 Prozent des BIP. 

Die Studie des IHS stammt aus dem Jahr 2018. Bislang gab es kein Update, weshalb aktuellere Zahlen nicht vorliegen.

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