Chronik | Welt
26.07.2018

Waldbrände in Griechenland: "Ernsthafte Anzeichen" für Brandstiftung

Bei dem verheerenden Feuer kamen 83 Menschen ums Leben.

Die verheerenden Brände in der Umgebung von Athen könnten nach den Worten eines griechischen Regierungspolitikers das Werk von Brandstiftern sein. "Es gibt Indizien, die uns zu diesen Gedanken führen", sagte der stellvertretende Minister für Bürgerschutz, Nikos Toskas, am Donnerstagabend.

Aus Aufnahmen von Satelliten ergebe sich, dass westlich von Athen binnen kürzester Zeit mehrere Brände entlang einer Straße ausgebrochen waren.

Östlich von Athen, wo mehr als 83 Menschen starben, habe sich der Brand wegen enorm starker Winde rasch ausgebreitet. "Es gibt auch hier nicht nur Indizien, sondern auch Anzeichen der Brandstiftung", sagte Toskas. Details wollte er aber nicht nennen. Er wollte damit die Ermittlungen nicht behindern. Festnahmen von Verdächtigen habe es bisher nicht gegeben, teilte der stellvertretende Minister für Bürgerschutz weiter mit.

Auch Fehler der Feuerwehr und der Polizei schloss der Minister nicht aus. "Es wehten Winde der Stärke zehn bis elf. Sowas hatten wir noch nie gehabt", sagte Toskas weiter. Er habe dem griechischen Regierungschef Alexis Tsipras seinen Rücktritt angeboten. Tsipras habe ihm gesagt, dass jetzt "die Stunde des Kampfes sei", und seinen Rücktritt nicht angenommen.

Weitere Tote gefunden

In den Waldbrand-Gebieten nahe der griechischen Hauptstadt Athen haben Einsatzkräfte weitere Tote gefunden. Die Zahl der Opfer stieg am Donnerstag auf 83. Dies teilten die Behörden am Donnerstagabend mit.

Unter den Toten seien auch ein Mann aus Irland und ein Belgier, berichtete das Staatsradio (ERT). Die Lage hatte sich am Donnerstag deutlich entspannt. Es gab keine Feuerfronten mehr, die bewohnte Gebiete bedrohen. Im Raum Athen wurden nach Regenfällen alle Brände gelöscht, berichtete das Staatsradio.

Dutzende Menschen werden noch vermisst. "Wir haben von allen Verwandten der Opfer und Vermissten DNA-Proben genommen und werden in den nächsten Tagen die Identifizierungsergebnisse haben", sagte der Gerichtsmediziner Ilias Boyiokas im Fernsehen. Die meisten Leichen sind seinen Worten zufolge "verkohlt". Deswegen sind die DNA-Tests notwendig. Die Polizei geht davon aus, dass erst nach der Identifizierung der Leichen Klarheit über die genaue Zahl der Vermissten herrschen wird.