Chronik | Welt
03/19/2019

USA: Diözese soll wissentlich Sexualstraftäter eingestellt haben

Geistliche wurden in Behandlung geschickt, um danach wieder in den Dienst mit Kindern eingestellt zu werden.

In den USA ist ein neuer Verdacht auf Kindesmissbrauch durch Einrichtungen der katholischen Kirche aufgetaucht. Der Generalstaatsanwalt des Bundesstaates West Virginia hat Anklage gegen die Diözese Wheeling-Charleston und gegen deren früheren Bischof Michael Bransfield erhoben, wie die Behörde am Dienstag mitteilte.

Bransfield und der US-amerikanischen Diözese wird vorgeworfen, bei der Auswahl von Personal für Schulen und Ferienlager auf strikte Überprüfungen verzichtet zu haben und wissentlich Sexualstraftäter sowie Priester eingestellt zu haben, die glaubhaft bezichtigt worden waren, Sexualstraftaten verübt zu haben. In mehreren Fällen wurden Geistliche nach Vorwürfen in Behandlung geschickt, um danach wieder in den Dienst mit Kindern eingestellt zu werden.

Das Handeln habe im krassen Gegensatz zum eigenen Anspruch der Kirche gestanden, ein sicheres Umfeld für das Lernen von Kinder zu gewährleisten. Die Untersuchung in dem Fall war bereits im September 2018 gestartet worden.

Im vergangenen Jahr hatten die Untersuchungen der Generalstaatsanwalt im US-Bundesstaat Pennsylvania einen großen Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche aufgedeckt. Seitdem ermitteln in vielen Bundesstaaten die Behörden. Immer neue Fälle kommen ans Licht. Eine strafrechtliche Anklage gegen eine gesamte Diözese hat es bisher nicht gegeben.