Chronik | Welt
25.07.2018

Tote Femen-Mitgründerin beging nach ersten Erkenntnissen Suizid

Oksana Shachko wurde tot in ihrer Wohnung gefunden. Obduktion soll Gewissheit bringen

Eine der Gründerinnen der für Oben-ohne-Proteste bekannten ukrainischen Frauenrechtsgruppe Femen, Oksana Shachko, ist tot. Sie sei im Pariser Vorort Montrouge gestorben, bestätigte die stellvertretende Staatsanwältin von Nanterre, Emmanuelle Lepissier, am Mittwochabend. Erste Erkenntnisse sprächen für einen Suizid, eine Autopsie solle Gewissheit bringen.

Femen hatte bereits am Dienstag auf der eigenen Webseite mitgeteilt, Shachko (31) sei am Montag in ihrer Wohnung zusammen mit einem Abschiedsbrief tot aufgefunden worden.

Die Gruppe Femen versteht sich als "Stoßtrupp des Feminismus" und kämpft für Frauenrechte und gegen Sexismus. Ihr Markenzeichen sind Protestaktionen mit nackten Brüsten, auf die sie politische Botschaften schreiben. Femen machte vor der Fußball-Europameisterschaft in der Ukraine 2012 mit Aktionen gegen Sextourismus und Prostitution von sich reden.

Shachko hatte Femen 2008 zusammen mit den Aktivistinnen Alexandra Schewtschenko und Anna Guzol in der Ukraine gegründet. Inzwischen ist die Gruppe zu einer weltweiten Organisation mit zahlreichen Ablegern geworden. Shachko wurde 2013 in Frankreich als politischer Flüchtling anerkannt und engagierte sich vor allem als Künstlerin.

 

Wer Selbstmordgedanken hat, sollte sich an vertraute Menschen wenden. Oft hilft bereits das Sprechen über die Gedanken dabei, sie zumindest vorübergehend auszuräumen. Wer für weitere Hilfsangebote offen ist, kann sich an die Telefonseelsorge wenden: Sie bietet schnelle erste Hilfe an und vermittelt Ärzte, Beratungsstellen oder Kliniken. Wenn Sie oder eine Ihnen nahestehende Person von Depressionen betroffen sind, wenden Sie sich bitte an die Telefon-Seelsorge in Österreich kostenlos unter der Rufnummer 142.

www.suizid-praevention.gv.at

Das neue österreichische Suizidpräventionsportal www.suizid-praevention.gv.at bietet Informationen zu Hilfsangeboten für drei Zielgruppen: Personen mit Suizidgedanken, Personen, die sich diesbezüglich Sorgen um andere machen, und Personen, die nahestehende Menschen durch Suizid verloren haben. Das Portal ist Teil des österreichischen Suizidpräventionsprogramms SUPRA des Gesundheitsministeriums.