Clanmitglieder bei Prozess um Golddiebstahl

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Chronik Welt
11/28/2019

Steinreiche Berliner Clan-Braut kassierte Sozialhilfe

Für sich und drei Kinder in drei Jahren fast 50.000 Euro. Dafür jettete sie durch die Welt und hortete Brillanten um 70.000 Euro.

von Susanne Bobek

Deutschlands frechste Hartz-IV-Empfängerin“ (©Bild-Zeitung) steht wegen Sozialbetrugs vor Gericht, weil sie für sich und ihre drei Kinder in drei Jahren 46.558,56 Euro für den Lebensunterhalt und Sonderleistungen für Bildung und „Teilhabe“ am sozialen Leben kassiert hat.

Dabei lebte die 39-jährige Yasmin S. in Saus und Braus. Sie ist die Verlobte eines Mitglieds des berüchtigten Remmo-Clans, einer aus zirka 500 Mitgliedern bestehenden arabischen Großfamilie, die zur organisierten Kriminalität gerechnet werden.

Yasmin S. wurde ein BMW 730d zum Verhängnis, den angeblich ihre Eltern um 35.000 Euro gebraucht gekauft hatten. Allerdings hat sie den Kaufvertrag unterschrieben. Dieses „Geschenk“ hätte sie dem Sozialamt melden müssen.

Was erst aufflog, als Ende August 2018 ihr Verlobter wegen eines offenen Haftbefehls von der Polizei hinter dem Lenkrad des Luxusschlittens erwischt wurde.

37 Brillanten

Bei einer Hausdurchsuchung wurden im Schmuckkästchen der Tochter von Yasmin S. 37 Brillanten mit einem Verkaufswert von 70.000 Euro gefunden.

Yasmin S. behauptete, sie "noch nie gesehen“ zu haben. Und auch die Tochter und der Verlobte können sich nicht erinnern, das "Brüller" in der Wohnung aufbewahrt wurden.

„Meine Eltern meinten es einfach gut mit mir“, erklärte die Angeklagte als ihr die Staatsanwältin vorrechnete, dass sie mindestens 40.000 Euro für Einkaufstrips nach Cannes, New York und Dubai verbrauchte.

Die Staatsanwältin: „Ist ihnen der Gedanke gekommen, dass die Reisen als Geschenke dem Jobcenter anzugeben waren?“ Die Angeklagte: „Was soll ich darauf antworten.“ Der Prozess wird im Dezember fortgesetzt.

Goldmünzen-Diebstahl

Der Fall zeigt exemplarisch, wie arabische Clans den deutschen Staat verhöhnen. Ihre Mitglieder kassieren Sozialhilfe, obwohl das Geld aus dubiosen Quellen locker sitzt.

Clanmitgliedern werden Drogen- und Waffenhandel, Schutzgelderpressung, Geldwäsche und zahllose Einbrüche vorgeworfen. Einer der spektakulärsten Coups, die der Familie angelastet werden, war der Diebstahl einer 100 kg schweren Goldmünze im Wert von 3,75 Millionen Euro aus dem Bode-Museum.

Wenige Tage nach dem Einbruch in das Grüne Gewölbe, der Schatzkammer von Dresden, an dem vier Täter beteiligt gewesen sein sollen, steht der Remmo-Clan erneut im Visier der Ermittler.

Yasmin S. gibt sich unerschrocken. „Ich hatte Verfügung über Vaters Konto.“