Nackt und schwanger: 6-Meter-Frauenstatue an Bundesstraße sorgt für Furore
Eine 6,20 m hohe Statue einer nackten, hochschwangeren Frau an der B493 bei Hohenhameln-Bründeln sorgt für Diskussionen: Anwohner und Social‑Media‑User sind gespalten.
6,20 Meter misst die Statue (samt Sockel) einer nackten, schwangeren Frau aus Stein, die am Feldrand an der Bundesstraße B493 bei Hohenhameln-Bründeln in Deutschland steht. Die barbusige Skulptur sorgt in der 164-Seelen-Gemeinde ebenso wie bei Vorbeifahrenden und in den sozialen Medien für gespaltene Reaktionen.
Über 6 Meter groß: Frauenstatue steht auf Kartoffelacker
Der Künstler Dieter Homeyer ließ seine "Mea Dea" ("meine Göttin") mitten auf einem Kartoffelacker aufstellen. "Wir stehen hier auf den wertvollsten, den fruchtbarsten Böden Europas, da kann man doch die Fruchtbarkeit hier hinstellen", liefert der Bildhauer im Interview mit NDR als Erklärung für den ungewöhnlichen Standort.
Tennisstar Serena Williams diente als Inspiration
Inspiriert wurde das 20 Tonnen schwere Kunstwerk laut Homeyer von der Tennislegende Serena Williams, die 2017 schwanger auf dem Cover der Vanity Fair zu sehen war.
Kunstwerk sorgt für rege Diskussion
Die überdimensionale Statue sorgt im Ort für Diskussionen. "Künstlerische Freiheit, ich finde sie nicht schlecht, bringt unser Dorf ins Gespräch", meinte eine Bewohnerin gegenüber NDR. Ein anderer Anwohner hingegen kann der Skulptur wenig abgewinnen: "Es hat absolut nichts mit der Kultur von Niedersachsen oder dieser Ortschaft hier zu tun."
Manche kritisieren auch den Standort: Die imposante Figur könne Verkehrsteilnehmer ablenken und damit ein Unfallrisiko darstellen: "Es mussten schon etliche eine Vollbremsung machen. Man sieht das an den Bremsspuren", berichtet ein Anwohner.
Auch in den sozialen Medien gehen die Meinungen auseinander: "Mir persönlich gefällt die Darstellung nicht besonders. Zwar ist die Machart ohne Frage professionell, handwerklich oder technisch gesehen ausgezeichnet. Auch das gewählte Material ist beeindruckend. Aber die Aussage?", schreibt ein User auf Youtube. Auf Instagram sieht das eine Nutzerin ganz anders: "Mehr Sichtbarkeit für Frauen!👏 Die Statue soll bleiben. Gibt genug Andenken und Statuen für Männer."
Marion Övermöhle-Mühlbach vom Kulturverein Hohenhameln betont dagegen den Diskussionswert des Kunstwerks:
"Man kann Kunst mögen, nicht mögen, und das Wichtigste ist, dass darüber geredet wird."
Künstler reagiert gelassen auf Kritik
Der Künstler selbst nimmt die Kritik gelassen. Nach eigenen Angaben habe er von Frauen überwiegend positive Rückmeldungen erhalten. Wie das Nachrichtenportal Welt berichtet, sollen sich die Reaktionen laut Homeyer unter anderem mit der Aussage zusammenfassen lassen: "Endlich wird eine Frau in der deformierten Form der Schwangerschaft gezeigt und nicht in der idealisierten Form der männlichen Vorstellung."
Kommentare