Chronik | Welt
06.07.2018

Schiffsunglück vor Phuket: 21 Leichen gefunden

Damit sind nun insgesamt acht Tote offiziell bestätigt, dutzende chinesische Touristen werden aber noch vermisst.

Bei einem der wohl schlimmsten Schiffsunglücke in der jüngeren Geschichte Thailands haben mindestens 21 Menschen ihr Leben verloren. Dutzende weitere Passagiere der Touristen-Fähre "Phoenix", die am Donnerstagabend vor der Urlaubsinsel Phuket während eines Unwetters gesunken war, wurden am Freitag nach Angaben der Rettungskräfte weiterhin vermisst.

Das für Tauchausflüge genutzte Boot " Phoenix" war gegen 16.00 Uhr Ortszeit in einen Sturm geraten, wie der Kapitän des Bootes in einem Fernsehinterview berichtete. Fünf Meter hohe Wellen hätten das Deck überschwemmt und das Boot nach und nach zum Kentern gebracht.

Weniger als die Hälfte gerettet

Er habe daraufhin die Bootsinsassen aufgefordert, Rettungswesten anzulegen. Bis auf zwei "Weiße" seien alle Passagiere chinesische Touristen gewesen, sagte der Kapitän. In einem Video, das auf einer offiziellen Facebook-Seite der Provinz Phuket gezeigt wurde, ist zu sehen, wie der leblose Körper eines Mannes mit einer Rettungsweste der "Phoenix" aus dem Wasser gezogen wird.

Etwas weniger als die Hälfte der rund 90 Menschen sei gerettet worden, teilten die thailändischen Behörden mit. Nach den anderen wurde bis spät in die Nacht gesucht. Zwischenzeitlich hatten die Behörden die Zahl der Vermissten mit rund 20 angegeben.

Die "Phoenix" war von der südlicher gelegenen Inselgruppe Koh Racha auf dem Rückweg nach Phuket. Die Gegend ist für ausländische Touristen, darunter viele aus Deutschland, ein beliebtes Reiseziel.

Wetterwarnung

Laut Gouverneur Noraphat war am Mittwoch eine Wetterwarnung herausgegeben worden. "Es gab heute Abend starke Winde", sagte er und fügte hinzu, dass zehn weitere Freizeitboote in Seenot geraten seien und von Rettungsschiffen von Polizei und Marine betreut würden.

Zudem sollen zwei weitere Boote in der Gegend gekentert sein. In beiden Fällen wurden nach Angaben der Behörden alle Insassen lebend gerettet. Fotos von durchnässten und entkräfteten Menschen, die in Rettungswesten in Sicherheit gebracht wurden, tauchten in den sozialen Medien auf.

In Thailand gibt es häufig tödliche Unfälle mit Schiffen, Bussen und anderen öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Sicherheitsstandards sind niedrig.