Vom Olympia-Star zum Drogenboss: Ex-Snowboarder in Mexiko gefasst

FILE PHOTO: Ryan Wedding of Canada in Olympic snowboard parallel giant slalom practice in 2002
Vom kanadischen Hoffnungsträger zum international gesuchten Drogenboss: Der frühere Olympia-Snowboarder Ryan Wedding ist festgenommen worden.

Der frühere kanadische Olympia-Snowboarder Ryan Wedding ist festgenommen worden. Der 44-Jährige hatte zuletzt auf der Liste der zehn meistgesuchten Verbrecher des FBI gestanden. Seine Ergreifung in Mexiko wurde von Ermittlern gegenüber US-Medien bestätigt.

Wedding war 2002 bei den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City für Kanada im Parallel-Riesenslalom angetreten und belegte den 24. Platz. Heute gilt er als mutmaßlicher Kopf eines internationalen Drogenkartells.

Milliardenumsätze mit Kokain

Nach Angaben der Ermittlungsbehörden soll Wedding gemeinsam mit Komplizen große Mengen Kokain von Kolumbien über Mexiko und Kalifornien geschmuggelt haben. Die Vorwürfe reichen von Hunderten Kilogramm bis hin zu Lieferungen im zweistelligen Tonnenbereich pro Jahr. Das FBI hatte für Hinweise zu seiner Ergreifung zuletzt eine Belohnung von 15 Millionen US-Dollar ausgesetzt.

Die Ermittlungen nahmen im Frühjahr 2024 an Fahrt auf, nachdem eine größere Drogenlieferung in Kalifornien abgefangen worden war. Ein Informant identifizierte Wedding später als "El Jefe“, den Anführer des Kartells.

Mordvorwürfe gegen Wedding

Kurz nach dieser Aussage wurde der Informant in einem Restaurant in Kolumbien erschossen. Wedding steht seither auch wegen Mordverdachts und versuchten Mordes unter Anklage. Zudem wird seiner Organisation die Beteiligung an mehreren weiteren Tötungsdelikten zugeschrieben.

Unter anderem sollen Mitglieder des Netzwerks 2023 zwei Angehörige einer Familie in der kanadischen Provinz Ontario ermordet haben, mutmaßlich aus Rache für eine gestohlene Kokainlieferung. Ein weiterer Mord wegen offener Schulden soll im Mai 2024 in Auftrag gegeben worden sein. Ein mutmaßlicher Partner Weddings wurde bereits zuvor in Mexiko festgenommen und an die USA ausgeliefert.

Leben im Luxus

Nach außen soll Wedding ein Leben im Luxus geführt haben. Bei Durchsuchungen stellten Ermittler unter anderem hochwertige Motorräder, Kunstwerke und einen seltenen Mercedes CLK GTR Roadster sicher. Auch zwei olympische Medaillen wurden beschlagnahmt, deren Herkunft noch ungeklärt ist.

Wedding war bereits 2010 wegen Drogenhandels zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Medienberichten zufolge soll er Verbindungen zum Sinaloa-Kartell gehabt haben und sich zuletzt durch eine Gesichtsoperation unerkannt gehalten haben.

Weitere Details zur Festnahme wollen die Behörden in den kommenden Tagen bekannt geben.

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