Peinliche Rede einer Uni-Rektorin: Die KI erfand die Zitate
Belgiens Ex-Premierministerin Petra De Sutter und nunmehrige Rektorin der Universität Gent
Albert Einstein hätte es sagen können: "Dogmen sind der Feind des Fortschritts." Doch tatsächlich hat der Nobelpreisträger diesen Satz nicht gesagt. Vielmehr hat die Künstliche Intelligenz diesen Satz frei erfunden und sie Einstein zugeschrieben, hat also halluziniert. Was nicht weiter schlimm gewesen wäre, hätte nicht Petra de Sutter, die neue Rektorin der belgischen Universität Gent, im September die KI zum Verfassen einer Rede verwendet. Denn die KI jubelte der Rektorin noch weitere falsche Zitate und einige andere Fehler unter.
Unmittelbar nach der Antrittsrede der frisch gekürten Rektorin, die zuvor Belgiens Vize-Premierministerin gewesen war, wiesen Kollegin die Akademikerin auf einige Fehler hin. Doch erst Journalisten der Plattform "Aapache" machten die falschen Zitate und die KI-generierte Rede publik. „Wissen beschreibt und beherrscht die Realität; Weisheit sucht Antworten auf existenzielle Fragen – und ist mit Kultur und Ethik verbunden“ lautet etwa ein weiteres Zitat, das laut Rektorin de Sutter vom Psychologen Paul Verhaeghe stammte - was allerdings nicht stimmte.
Das wirklich Peinliche daran: De Sutter selbst war in ihrer Rede auf die Gefahren der KI eingegangen. Sie warnte davor, den Ergebnissen von KI-Tools „nicht blind zu vertrauen“ und dass KI-generierte Texte „nicht immer leicht von Originalwerken zu unterscheiden“ seien.
Sie sagte zudem: „Für das Ergebnis eines KI-Tools ist der Benutzer verantwortlich, selbst wenn es falsche oder irreführende Informationen liefert.“
Strenge Strafen
Weil Sutter in ihrer Rede also zumindest KI-generierte Textteile verwendet hatte ohne zu überprüfen, zog sie nun selbst eine Konsequenz: Sie hätte diese Woche die Ehrendoktorwürde der Universität Amsterdam verliehen bekommen - darauf verzichtete sie nun. Ihre Begründung: Solch eine Verleihung sei unter den gegebenen Umständen unangebracht halte, sie wolle der Hochschule keinen Schaden zufügen.
Gegenüber ihren Studenten und Studentinnen geht die Uni Gent übrigens sehr streng vor: Studierende, die bei der Nutzung von KI erwischt werden, obwohl diese nicht erlaubt ist, können ein Nixht Genügend erhalten oder von Wiederholungsprüfungen ausgeschlossen werden - bis hin zum Ausschluss von der Universität in schwerwiegenden Fällen. Die Rektorin muss sich dahingehend keine Sorgen machen. Eine Rede sei keine wissenschaftliche Arbeit, heißt es dazu von Seiten der Universität.
Und wie kam die KI auf dieses - falsche Einstein-Zitat? Sie hat verschiedene Zitate des Wissenschaftlers kombiniert und einfach daraus ein Neues gemacht. Es klang gut, plausibel und logisch - aber nur halt leider falsch.
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