Ausschreitungen bei Demo in Mailand gegen olympische Winterspiele

Protest in Milan over Winter Olympics
Gegner der Olympischen Winterspiele bemängeln deren Auswirkungen auf das Ökosystem der Bergwelt sowie den wasser- und energieintensiven Einsatz von Kunstschnee.

Zusammenfassung

  • Tausende demonstrierten in Mailand gegen die Olympischen Winterspiele, wobei es zu Ausschreitungen und Zusammenstößen mit der Polizei kam.
  • Kritikpunkte der Gegner sind die ökologischen Auswirkungen, der wasser- und energieintensive Kunstschnee sowie die Wohnungsnot in Mailand.
  • Das IOC verweist auf nachhaltige Nutzung bestehender Anlagen, während Demonstranten hohe Kosten und Umweltzerstörung durch neue Infrastruktur bemängeln.

Tausende Menschen haben am Tag nach der Eröffnungsfeier in Mailand gegen die in Norditalien stattfindenden Olympischen Winterspiele protestiert. Dabei kam es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei, als einige Teilnehmer Feuerwerkskörper zündeten und Steine auf die Einsatzkräfte warfen. Die Polizei trieb die Menge mit Wasserwerfern auseinander. Von friedlichen Demonstranten wurden Umweltaspekte und die Wohnungsnot in der Finanzmetropole Mailand thematisiert.

Die Einsatzkräfte waren in Alarmbereitschaft, nachdem bei gewalttätigen Protesten gegen die Schließung eines Kulturzentrums in Turin am vergangenen Wochenende mehr als hundert Beamte verletzt worden waren. Gegner der Olympischen Winterspiele bemängeln vor allem deren Auswirkungen auf das fragile Ökosystem der Bergwelt sowie den wasser- und energieintensiven Einsatz von Kunstschnee.

Demonstrators protest the 2026 Winter Olympics in Milan

TOPSHOT-JO-2026-MILANO CORTINA-PROTEST-ENVIRONMENT

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Protest in Milan over Winter Olympics

Protest in Milan over Winter Olympics

Protest in Milan over Winter Olympics

Protest in Milan over Winter Olympics

Demonstranten hielten Transparente hoch, auf denen sie die Verwendung von Kunstschnee kritisierten oder das Fällen von Bäumen anprangerten. Auch die Wohnungsnot in der Finanz- und Modemetropole Mailand thematisierten die Teilnehmer der Kundgebung. "Die Spiele sind aus ökologischer und sozialer Sicht nicht mehr tragbar, ihre Zeit ist abgelaufen", sagte die 29-jährige Demonstrantin Francesca Missana.

"Ich bin hier, weil diese Olympischen Spiele unhaltbar sind - wirtschaftlich, sozial und ökologisch", sagte der 71-jährige Teilnehmer Stefano Nutini. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) verweist dagegen darauf, dass die Spiele größtenteils bestehende Anlagen nutzten und daher nachhaltiger seien.

Olympia 2026: Eröffnungsfeier an vier Standorten

"Diese Spiele wurden als nachhaltig und kostenneutral beworben", kritisierte seinerseits Alberto di Monte, einer der Organisatoren des Protestmarsches, zu dem Gewerkschaften und Aktivisten aufgerufen hatten. Da es sich jedoch um eine geografisch besonders weit verstreute Veranstaltung handelt, seien Milliardenbeträge für den Bau von Straßen ausgegeben worden anstatt für den Schutz der Berge, sagte di Monte.

Die Winterspiele Mailand-Cortina verteilen sich auf mehrere Austragungsorte in den italienischen Alpen. Die Eröffnungsfeier fand an vier Standorten statt - in Mailand, Cortina d'Ampezzo, Predazzo und Livigno. Insgesamt sind 2.900 Athleten angereist.

Der 69-jährige Demonstrant Giovanni Gaiani kritisierte die Entscheidung, Hunderte Bäume zu fällen, um die umstrittene Bobbahn Mailand-Cortina zu bauen. Andere Demonstranten hielten Dutzende Pappbäume hoch, bevor sie diese auf dem Boden legten - so als seien sie gefällt worden.

"Freie Berge, weniger Eis, mehr Gletscher", stand auf einem anderen Banner - eine Anspielung auf den umstrittenen Einsatz von Beamten der US-Einwanderungsbehörde ICE, welche die US-Delegation nach Italien begleiten. 

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