Drama in Kroatien: Boot am Fluss gekentert – 1 Migrant tot

Am Montagmorgen ereignete sich ein tragischer Bootsunfall am Fluss Una, der durch Kroatien und Bosnien und Herzegowina fließt.
Blaulicht leuchtet auf dem Dach eines Einsatzfahrzeugs in der Dunkelheit.

Am Montagmorgen wurde im Gebiet von Hrvatska Kostajnica ein Mann mit bosnisch-herzegowinischer Staatsbürgerschaft von der Polizei festgenommen. Er steht unter Verdacht, Menschen über die Grenze zwischen Bosnien-Herzegowina und Kroatien geschmuggelt zu haben. Das Boot mit mehreren Personen kenterte im Fluss Una. Wie kroatischen Medien berichten, sollen der Schmuggler und drei weitere chinesische Staatsbürger den tragischen Vorfall überlebt haben.

Hilferufe vom Fluss

Am Montagmorgen wurden gegen 4:45 Uhr Hilferufe vom Fluss Una von der Polizei vernommen. Polizeistreifen wurden zum Einsatzort entsandt und weitere Rettungskräfte alarmiert. Aus dem Fluss konnte die Polizei zwei Personen lebend herausziehen. Eine der Personen soll chinesischer Staatsbürger sein, für eine weitere Person kam jede Hilfe zu spät. Lediglich die Leiche wurde aufgefunden. 

Die Polizei sowie der kroatische Bergrettungsdienst (HGSS) suchen nach wie vor nach weiteren Vermissten. Das gesamte Gelände wird nach Angaben der Polizei mithilfe von Booten und Drohnen abgesucht. Laut Medienberichten sollen sich sieben bis acht chinesische Migranten an Bord des Bootes befunden haben. Eine polizeiliche Bestätigung steht allerdings aus.

Im Rahmen einer Grenzkontrolle in der Stadt Rosulje wurde der Mann, der die Migranten mit einem Boot über den Fluss Una bringen wollte, aufgegriffen. Er befindet sich derzeit in Obhut von Polizeibeamten.

20 Menschen in kroatischen Flüssen gestorben

Der heutige Vorfall am Fluss Una ereignete sich nur knapp zweieinhalb Monate nach dem Unglück auf dem Grenzfluss Save zwischen Bosnien-Herzegowina und Kroatien, bei dem drei Menschen ums Leben kamen. Zu den Toten soll auch ein bosnisch-herzegowinischer Staatsbürger zählen, den die Polizei verdächtigt, als Schlepper fungiert zu haben. 

Über die genaue Herkunft der Migranten gab es keine offiziellen Angaben. Bosnien-Herzegowina und Kroatien sind Teil der Balkanroute, auf der immer wieder Flüchtlinge auf ihrem Weg nach Europa sterben. Laut kroatischen Medien starben insgesamt 20 Menschen innerhalb von fünf Jahren in kroatischen Flüssen.

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