Delfinmutter verirrt sich in Fluss: Tragische Wende nach Geburt

In der Nähe der kroatischen Stadt Split wurde ein großer Tümmler gesichtet. Bei der Geburt kam es jedoch zu Komplikationen.
Ein Delfin schwimmt knapp unter der Wasseroberfläche.

Zusammenfassung

  • Ein Delfinweibchen namens Skalina brachte im Fluss Jadro bei Split ein Kalb zur Welt, das tot geboren wurde.
  • Die Mutter versuchte, ihr totes Junges wiederzubeleben, während Experten und Naturschützer die Bevölkerung aufforderten, das Tier nicht zu stören.
  • Das Blue World Institute betonte die starke Mutter-Kind-Bindung bei Delfinen und warnte vor zusätzlichem Stress durch menschliche Annäherung.

Für viele Einheimische sorgte der Anblick eines Delfins (Tursiops truncatus) im Fluss Jadro für großes Staunen – zahlreiche Schaulustige versammelten sich in Solin, einem Vorort von Split, um das Tier zu beobachten. Zunächst vermutete man, dass sich das Tier versehentlich ins Süßwasser des Jadro verirrt hatte. Die Naturschutzorganisation "More i krš" (zu Deutsch: Meer und Karst) rief die Bevölkerung dazu auf, den Delfin nicht zu stören, sodass er selbstständig wieder ins Meer zurückfinden könne.

Das Delfinweibchen wurde als Skalina identifiziert, die 2005 zum ersten Mal gesichtet wurde und bisher elfmal im Meer beobachtet worden war. Den Daten des Blue World Institute zufolge brachte das Weibchen 2014 ihr erstes Junges zur Welt, 2019 gebar sie ein weiteres.

Laut Experten hätte das Tier nach der Sichtung eigentlich wieder ins Meer zurückschwimmen sollen, doch der Delfin verlängerte seinen Aufenthalt. Offenbar tat Skalina dies bewusst, da das Weibchen einen Tag später im Jadro ihren Nachwuchs zur Welt brachte. Am 19. Februar gegen acht Uhr morgens begann das Delfinweibchen zu kalben. 

Das Blue World Institute erklärte, dass Große Tümmler (Tursiops truncatus) das ganze Jahr über Junge bekommen können. Am häufigsten bringen sie ihre Jungen jedoch in den Sommermonaten zur Welt, da die Wassertemperatur dann höher ist. Dadurch müssen die Jungtiere weniger Energie für die Wärmeregulierung aufwenden.

Delfinmutter versuchte, ihr Junges wiederzubeleben

Bei der Geburt kam es jedoch zu Komplikationen: Wie "More i krš" mitteilte, kam das Kalb tot zur Welt. Das Kalb sei auf den Grund des Flusses Jadro gesunken, die Mutter habe versucht, es an die Wasseroberfläche zu ziehen, um es wiederzubeleben. Laut dem Biologen Josip Boban handelt es sich hierbei um eine Fehlgeburt. "Die Mutter trauert unermüdlich um ihr Junges", sagt Boban gegenüber der Nachrichtenagentur Hina.

Die Delfinmutter werde nach seiner Einschätzung allein ins Meer zurückkehren. "Wenn sie das tote Junge zurücklässt und ins Meer zurückkehrt, werden wir versuchen, es vom Flussgrund zu bergen, sofern es nicht von der Strömung mitgerissen wird", erklärte Boban.

Trauer kann mehrere Tage dauern

Das Blue World Institute warnte davor, sich dem Delfin zu nähern, da "jeder Eingriff zusätzlichen Stress" verursachen würde. Bei Delfinen besteht eine der stärksten Bindungen zwischen Mutter und Jungtier, das Ende einer solchen Beziehung ist für das Weibchen sehr belastend. Die Trauer kann in manchen Fällen mehrere Tage andauern.

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