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Chronik Welt
05/12/2020

Kreuzfahrtschiffe: Mehrere Mitarbeiter begingen wohl Suizid

Verzweiflung unter der Besatzung: Die Crews sitzen zum Teil seit Wochen an Bord leerer Schiffe fest.

Unter den Besatzungen der zahlreichen Kreuzfahrtschiffe, die wegen der Corona-Pandemie irgendwo auf der Welt festsitzen, gibt es mehrere F√§lle mutma√ülicher Suizide. Wie die Reederei Princess Cruises am Montag mitteilte, sprang eine 39-j√§hrige Ukrainerin am Sonntag vor der niederl√§ndischen K√ľste von Bord der "Regal Princess".

Einen Tag zuvor ver√ľbte ein m√§nnliches Besatzungsmitglied der "Carnival Breeze" auf dem Weg von den Bahamas nach Europa mutma√ülich Suizid.

Hungerstreik

Anfang Mai war bereits ein Crew-Mitglied der "Jewel of the Seas" unter ungekl√§rten Umst√§nden √ľber Bord gegangen. Auf der in Miami ankernden "Navigator of the Seas" traten am Sonntag 14 Besatzungsmitglieder in einen Hungerstreik um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, in ihre Heimatl√§nder zur√ľckgebracht zu werden. "Wir f√ľhlen uns wie Geiseln", sagte ein Crewmitglied dem "Miami Herald".

Seit dem 13. M√§rz d√ľrfen Kreuzfahrtschiffe wegen des Coronavirus weltweit nicht mehr verkehren. W√§hrend die Passagiere von Bord gehen durften, sitzen die Besatzungsmitglieder an Bord fest. Allein in und um die US-Gew√§sser befinden sich nach Angaben der K√ľstenwache derzeit 104 Kreuzfahrtschiffe mit insgesamt 71.900 Menschen an Bord.

Wer Suizid-Gedanken hat, sollte sich an vertraute Menschen wenden. Oft hilft bereits das Sprechen √ľber die Gedanken dabei, sie zumindest vor√ľbergehend auszur√§umen. Wer f√ľr weitere Hilfsangebote offen ist, kann sich an die Telefonseelsorge wenden: Sie bietet schnelle erste Hilfe an und vermittelt √Ąrzte, Beratungsstellen oder Kliniken. Wenn Sie oder eine Ihnen nahestehende Person von Depressionen betroffen sind, wenden Sie sich bitte an die Telefon-Seelsorge in √Ėsterreich kostenlos unter der Rufnummer 142.

Das neue √∂sterreichische Suizidpr√§ventionsportal www.suizid-praevention.gv.at bietet Informationen zu Hilfsangeboten f√ľr drei Zielgruppen: Personen mit Suizidgedanken, Personen, die sich diesbez√ľglich Sorgen um andere machen, und Personen, die nahestehende Menschen durch Suizid verloren haben. Das Portal ist Teil des √∂sterreichischen Suizidpr√§ventionsprogramms SUPRA des Gesundheitsministeriums.

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