USA

Tödlicher Energy-Drink? Studentin (21) stirbt nach Konsum

Die Studentin Sarah Katz stirbt nach wenigen Schlucken einer koffeinhaltigen Limonade. Die Eltern geben dem Getränkehersteller die Schuld.
Mehrere Limonaden-Dosen von der Oberseite betrachtet

Der Tod einer 21-jährigen Studentin in den USA sorgt international für Aufsehen – und wirft eine heikle Frage auf: Wie gefährlich sind hochkoffeinhaltige Getränke wirklich und welche Rolle spielt die Vermarktung dabei?

Ein vermeintlich harmloses Getränk

Sarah Katz, Studentin an der University of Pennsylvania, lebte seit ihrer Geburt mit einer Herzrhythmusstörung. Auf Anraten ihrer Ärzte hielt sich die 21-Jährige strikt an die Vorgaben: Sie nahm täglich den Betablocker Nadolol ein und verzichtete bewusst auf klassische Energy-Drinks. Im Herbst 2022 griff sie, wie die New York Post berichtete, dennoch zu einem koffeinhaltigen Getränk, einer sogenannten "Charged Lemonade". Das Erfrischungsgetränk enthält in vielen Fällen die Tageshöchstmenge an Koffein. Optisch wirkt sie jedoch wie eine ganz normale Limo: fruchtig, eisgekühlt, oft bunt und süß. Genau das macht sie so tückisch – man erwartet keinen "Energy-Drink-Effekt". 

Tod durch Koffein: Fall landet vor Gericht

Wenige Stunden später brach Katz zusammen und verstarb. Als Todesursache wurde eine durch Koffein ausgelöste Herzrhythmusstörung festgestellt. Die Familie der Verstorbenen erhob schwere Vorwürfe: Das Getränk sei als harmlose Limonade vermarktet worden, teils im Umfeld koffeinfreier oder koffearmer Produkte. Dadurch habe ihre Tochter die tatsächliche Wirkung unterschätzt. 

Die Eltern reichten im Herbst 2023, also ein Jahr nach dem Tod ihrer Tochter, Klage wegen fahrlässiger Tötung ein. Der Getränkehersteller wies nun die Vorwürfe zurück und betonte, alle erforderlichen Warnhinweise korrekt angegeben zu haben.

Wenn Koffein zum Risiko wird

Koffein gilt grundsätzlich als sicher, doch die Dosis macht hier den Unterschied. Laut der European Food Safety Authority liegt die unbedenkliche Tageshöchstmenge für Erwachsene bei etwa 400 Milligramm. Besonders gefährdet sind Menschen mit Vorerkrankungen wie eben Herzrhythmusstörungen. In solchen Fällen kann bereits eine geringere Menge zu gefährlichen Komplikationen führen.

Eltern fordern strengere Regeln

Nach dem Tod ihrer Tochter engagieren sich die Eltern von Sarah Katz nun politisch. Sie fordern strengere Kennzeichnungspflichten für koffeinhaltige Getränke sowie klarere Warnhinweise, insbesondere für Risikogruppen. Zudem setzen sie sich für mehr Aufklärung ein, etwa durch Erste-Hilfe-Schulungen und Reanimationskurse an Schulen. Ihr Ziel: Andere junge Menschen vor einem ähnlichen Schicksal zu bewahren.

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