Karl Lagerfeld starb 2019

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Chronik Welt
09/16/2020

Karl Lagerfelds Eltern profitierten angeblich von NS-Zwangsarbeit

Der Vater des Modezaren beschäftigte in seiner Fabrik - dem Grundstein für das Familienvermögen - laut einer Zeitung Kriegsgefangene.

Die Eltern des 2019 verstorbenen deutschen Modedesigners Karl Lagerfeld profitierten laut Recherchen der Bild-Zeitung während der NS-Zeit von der Ausbeutung von Zwangsarbeitern.

Der Hamburger Unternehmer Otto Lagerfeld (1881-1967), der Vater des Modezaren, war Besitzer der Kondensmilch-Fabrik „Glücksklee“. Bei „Glücksklee“ in Neustadt in Schleswig-Holstein waren laut Bild während der Zeit des Nationalsozialismus Zwangsarbeiter beschäftigt.

Die Zeitung zitiert in diesem Zusammenhang Anke Münster, Pressesprecherin der "Arolsen Archives" in Hessen, der weltweit umfangreichsten Sammlung über Opfer und Überlebende des Nationalsozialismus: "In unseren Archiven finden sich große Bestände über Zwangsarbeit. Dazu gehören Versicherungskarten, aus denen hervorgeht, dass die Firma Glücksklee sowjetische Zwangsarbeiterinnen einsetzte. Dokumentiert ist auch der Einsatz von jugoslawischen Kriegsgefangenen. Eine Quelle dafür ist eine eidesstattliche Erklärung von Kurt Lagerfeld (ein Cousin von Karl Lagerfeld, Anm.) aus dem Jahr 1979. Sie stammt aus der Korrespondenzakte eines ehemaligen Glücksklee-Arbeiters.“

"Ostarbeiter"

Eine sogenannte Meldekarte aus der Kriegszeit beweise demnach zum Beispiel, dass die 1926 in Russland geborene Maria Lukjantschuk ab Mai 1943 im Betrieb von Karl Lagerfelds Eltern arbeiten musste. Auf der Karte befindet sich ein roter Stempelabdruck „Ost“. Das war die Bezeichnung für die sogenannten „Ostarbeiter“, die als Zwangsarbeiter ausgebeutet wurden.

Auch das Ehepaar Braim und Maria Maric waren Zwangsarbeiter bei „Glücksklee“. In den Arolsen Archives sind Unterlagen aus der Nachkriegszeit über die beiden überliefert. Der 1920 in Bosnien geborene Braim Maric geriet als Soldat 1941 in Kriegsgefangenschaft. In einem Fragebogen der Alliierten gab er 1947 an, dass er von Mai 1941 bis Kriegsende bei „Glücksklee“ arbeiten musste. Auch seine  zehn Jahre ältere Ehefrau war Zwangsarbeiterin bei Glücksklee. 

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