Touristen benehmen sich schlecht: Stadt in Japan beendet Kirschblütenfest
Die Stadt Fujiyoshida in der japanischen Präfektur Yamanashi hat ihr Kirschblütenfestival mit Blick auf den Berg Fuji beendet. Als Grund nannte Bürgermeister Shigeru Horiuchi das Verhalten von Besuchern.
Von dichten Verkehrsstaus, Zigarettenstummel auf den Gehsteigen und gar menschliche Ausscheidungen in Anrainer-Privatgärten war dabei die Rede. Die Verwaltung der Stadt habe daher entschieden, das seit zehn Jahren zum Frühlingsauftakt stattfindende Festival zu beenden, um die „Würde und das Lebensumfeld der Bürger“ zu schützen, wie Horiuchi laut Japan Times erklärte.
Schlechtes Benehmen führte zu Ende für Kirschblütenfest
Das schlechte Benehmen der Besucher habe diesen Schritt notwendig gemacht, heißt es. Der Park in Fujiyoshida mit Aussicht auf den weltberühmten Vulkan, in dem das Fest bisher stattfand, soll während der Kirschblüte dennoch geöffnet bleiben.
Das Festival zur Kirschblütenzeit Ende März zog im vergangenen Jahr 200.000 Besucher an. Für die Veranstaltung seien auch immer mehr Touristen aus dem Ausland nach Japan gekommen.
Japan kämpft mit Übertourismus
Japan kämpft seit einiger Zeit mit extremem Übertourismus, insbesondere in Tokio, Kyoto und am bzw. um den Fuji, angetrieben durch einen nach wie vor schwachen Yen. In den vergangenen beiden Jahren erlebte das Land Rekordbesucherzahlen, 2025 sind fast 43 Millionen Gäste aus dem Ausland angereist. Dies führe auch zu Herausforderungen, wie überfüllte Bahnen, Lärm- und Abfallbelästigung, massiv überlaufene Attraktionen, Sperren von Straßen oder steigende Gebühren für Wanderwege. Auch gibt es immer wieder Berichte über Konflikte mit ausländischen Touristen, die Respektlosigkeit gegenüber lokaler Kultur und Regeln an den Tag legen würden.
Die japanische Regierung kündigte an, die Touristenströme künftig besser verteilen zu wollen, unter anderem sollen Einreisekontrollen strenger und eine Begrenzung der Personenzahl an stark frequentierten Orten eingeführt werden. Bis 2030 sollen insgesamt 100 Regionen solche Maßnahmen ergreifen. Das Ziel sei, eine bessere Balance zwischen touristischer Nutzung und Lebensqualität der heimischen Bevölkerung zu finden.
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