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Chronik Welt
08/17/2020

Hilfe für Beirut: Russell Crowe spendet 5000 Dollar

Bei einer Crowdfunding-Kampagne für das Ausgehviertel wurden zudem 25.000 Pfund gesammelt.

Die verheerende Explosion in Beirut vor rund zwei Wochen hat nicht nur den Hafen schwer zerstört, sondern auch das Herz der Stadt: seine beliebtesten Ausgehviertel mit Bars, Cafés, Restaurants und Galerien, die auch viele Touristen angezogen haben. Um sie zu retten, haben Eigentümer und Unterstützer im Internet Spendenkampagnen gestartet. Crowdfunding soll auch Schulen und kleinen Geschäften das Überleben nach der Katastrophe sichern.

Niamh Fleming Farrell kann immer noch nicht glauben, mit welcher Wucht die Detonation ihr Café Aaliya's Bookstore im sonst so belebten Stadtteil Dschemmaiseh zerstörte, nur rund 500 Meter vom Hafen entfernt. Die Frontscheiben zertrümmert, Türen herausgerissen, Mobiliar und Bücher zerstört. Der Schaden geht in die Tausende.

"Sichtbare Wunde"

Bei der Crowdfunding-Kampagne, gestartet von einer Freundin, sollen 25.000 britische Pfund zusammenkommen, um die 13 Angestellten weiter bezahlen zu können. "Damit wir ihnen sagen können: Macht euch keine Sorgen", sagt die 36 Jahre alte Irin, die seit langem in Beirut lebt. "Die Großzügigkeit der Menschen dabei ist überwältigend."

Wie andere Lokale hatte auch Farrells Café schon unter der Corona-Pandemie gelitten. Beiruts Szene- und Nachtleben droht seit Monaten der langsame Tod - nun kommt die Explosion hinzu und könnte viele Besitzer endgültig in den Ruin treiben. Die Katastrophe werde eine "sichtbare Wunde" zurücklassen, sagt Farrell. "Dschemmaiseh wird für lange Zeit nicht das schlagende Herz Beiruts sein."

Großzügiger Crowe

Auch andere erhalten Hilfe, wie etwa das 1967 eröffnete Restaurant Le Chef, eine der bekanntesten Lokale der Stadt am Mittelmeer. Sie kann sich über prominente Unterstützung freuen: Oscar-Preisträger Russel Crowe ("Gladiator") spendete 5000 US-Dollar - im Namen von Anthony Bourdain, wie Crowe auf Twitter schrieb. Der 2018 verstorbene US-Fernsehkoch hatte Beirut zweimal besucht und im Le Chef gegessen.

Wie andere wollen auch Farrell und ihre drei Mitstreiter trotz der schweren Schäden nicht aufgeben: "Ich will in diesem Viertel wiedereröffnen", sagt sie. "Und nicht irgendwo anders." Wann das sein wird? Die Café-Besitzerin hat keine Ahnung. Das Geld ist das eine. Die notwendigen Materialien zu bekommen das andere. "Ich hoffe optimistisch, dass es noch dieses Jahr geht", sagt Irin. "Im Moment konzentrieren wir uns noch darauf, alles aufzufegen."

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