© APA/AFP/SAEED KHAN

Chronik Welt
12/18/2019

Feuerwalze: Heißester Tag in der Geschichte Australiens

Während sich die Buschbrände weiter ausbreiten, verzeichnet das Land am Dienstag den heißesten Tag seit seiner Gründung. Premier aber ist auf Urlaub.

von Konrad Kramar

40.9 Grad Celsius Durchschnittstemperatur: Der Dienstag war der heißeste Tag, den Australien je erlebt hat, seit es Aufzeichnungen darüber gibt. Das meldete das staatliche Meteorologieinstitut. Der bisherige Höhepunkt in einem Frühling der Wetterrekorde. So trocken und so heiß war es bisher noch nie in Australien in dieser Jahreszeit. Schlechte Aussichten für die Buschfeuer, die in diesem Jahr ebenfalls schon ein Rekordausmaß erreicht haben, riesige Flächen sind zerstört und die Feuer fressen sich immer weiter durchs Land. 95 Prozent Australiens sind akut brandgefährdet.  

Dichter Rauch über Sydney

Seit Oktober haben Buschbrände in Australien nach Angaben der Behörden rund 2,7 Millionen Hektar Land vernichtet. Mindestens sechs Menschen kamen ums Leben. Mehr als 1.000 Häuser wurden zerstört. Allein im Bundesland New South Wales (NSW) kämpften am Dienstag mehr als 2.000 Feuerwehrleute gegen knapp 130 Brände. Seit Wochen liegt wegen der Buschfeuer dichter Rauch über der NSW-Hauptstadt Sydney.

Premier macht Urlaub

Premierminister Scott Morrison ist in die Kritik geraten, weil er trotz der verheerenden Buschbrände das Land für einen Urlaub verlassen haben soll. Örtliche Medien berichteten, der Regierungschef sei mit seiner Frau und den beiden Töchtern in das US-Inselparadies Hawaii gereist.Morrisons Büro wollte sich dazu nicht äußern.

Wenn der Premier in den Urlaub geht, wird üblicherweise in einer Mitteilung bekanntgegeben, wer ihn in der Zeit offiziell vertritt. Dies blieb bisher aus. Schatzkanzler Josh Frydenberg sagte Medienberichten zufolge, Morrison befinde sich mit seiner Familie in Übersee. Der 51-Jährige habe sich „eine wohlverdiente Pause“ genommen, werde seine Arbeit aber bald wieder aufnehmen.
In sozialen Netzwerken machte sich mit Hashtags wie #WhereTheBloodyHellAreYou (etwa: Wo zum Teufel bist du) Kritik breit. Es sei verdammt ungewöhnlich, dass der Premier das Land in einer solchen Lage unangekündigt verlasse, empörte sich etwa der oppositionelle Labor-Abgeordnete Brian Mitchell auf Twitter.

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