So viel Femizide in Brasilien wie noch nie: Vier Frauen täglich
In Brasilien sind 2025 durchschnittlich vier Frauen pro Tag wegen ihres Geschlechts getötet worden und damit insgesamt so viele wie nie zuvor.
Landesweit wurden im vergangenen Jahr 1.470 derartige Femizide registriert, was seit Beginn der Statistik einen Rekordwert darstellt, wie das Nachrichtenportal G1 unter Berufung auf das Justiz- und Sicherheitsministerium berichtete. Als häufigste Form gilt die Tötung durch Partner oder Ex-Partner.
Die Zahlen könnten noch steigen, da die Daten für Dezember aus zwei Bundesstaaten noch nicht vollständig in der Bundesdatenbank erfasst sind. Ein Teil des Anstiegs dürfte auf Änderungen im Strafrecht zurückzuführen sein: Seit 2015 wird Femizid im brasilianischen Strafgesetzbuch definiert. Damals wurden 535 Fälle gezählt. Seitdem ist die Zahl kontinuierlich gestiegen und hat sich innerhalb von zehn Jahren fast verdreifacht. 2024 unterzeichnete Präsident Luiz Inácio Lula da Silva ein Gesetz, das das Strafmaß für Femizide auf bis zu 40 Jahre erhöhte.
Rückgang bei Gewaltverbrechen in Brasilien insgesamt
Trotz des Anstiegs bei Femiziden ging die Zahl aller Morde in Brasilien im fünften Jahr in Folge zurück. 2025 wurden 34.086 Todesfälle registriert nach 38.374 im Jahr zuvor. Die Dynamik der kriminellen Banden habe sich verändert und es gebe nicht mehr so viele Kämpfe um Territorien, erklärte Rafael Alcadipani, Experte des Brasilianischen Forums für öffentliche Sicherheit, gegenüber "G1".
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