Chronik | Welt
24.11.2018

Ein offener Brief von Khashoggis Töchtern

Sie erzählen von einem liebevollen Vater, der die Hoffnung für sein Land nie aufgegeben hatte.

Am Freitag veröffentlichte die Washington Post einen offenen Brief der beiden Töchter des ermordeten Journalisten Jamal Khashoggi, Noha Khashoggi und Razan Jamal Khashoggi.

Khashoggi wurde mit einem Schlag weltweit bekannt, nachdem er im Oktober in Istanbul von saudi-arabischen Agenten ermordet wurde. Für seine Töchter war er allerdings einfach "Baba", ein liebevoller Mann mit einem großen Herzen.

Die Töchter schreiben davon, wie sie den vollgestempelten Reisepass ihres Vaters durchblätterten. Wegen seiner Arbeit als Journalist reiste er um die Welt. "Er kam immer zurück. Mit Geschenken und Geschichten im Gepäck", schreiben die Töchter.

Es war nicht ungewöhnlich, dass die Familie auf der Straße angesprochen wurde. Die Menschen gaben Khashoggi die Hand, sagten ihm, wie sehr sie seine Arbeit schätzten.

"In Wahrheit war unser Vater kein Dissident."

Noha Khashoggi und Razan Jamal Kashaggi beschreiben ihren Vater als einen Träumer, der nach einer utopischen Version der Realität strebte. "Es war für ihn lebenswichtig, seine Stimme zu erheben, seine Meinung zu teilen und ernsthaft zu diskutieren", schreiben sie.

Khashoggi habe Saudi-Arabien zwar verlassen, doch er gab nie die Hoffnung auf, dass das Land sich ändern würde, schreiben die Töchter. "In Wahrheit war unser Vater kein Dissident. Wenn das Schreiben tief in ihm verwurzelt war, dann war seine Identität als Saudi Teil dieser Wurzel."