Chronik | Welt
03.08.2018

Dürre in der Schweiz: Helikopter versorgen dürstende Almkühe

Der Grund für die Wasserversorgung aus der Luft ist, dass die lokalen Quellen nicht mehr genug Wasser liefern.

Wegen der anhaltenden Trockenheit drohen immer mehr Wasserquellen in den Schweizer Bergen zu versiegen. Für einige Almwirtschaften ist die Lage so kritisch, dass sie Wasser per Helikopter auf die Alpen fliegen lassen. Eine Kuh trinkt laut Angaben von Swissmilk zwischen 50 und 100 Litern pro Tag.

Diesen Durst können manche Quellen wegen der Trockenheit in den Bergregionen nicht mehr stillen. Zusätzliches Wasser wird deshalb mit Tanklastwagen oder mit Helikoptern auf die Almweiden gebracht. Die Schweizer Armee hat diesen Sommer bereits neun solche Einsätze in der Ostschweiz geflogen, wie Armeesprecherin Delphine Allemand sagte. Der aktuellste hatte am Freitag eine Alm oberhalb von Weesen im Kanton Sankt Gallen zum Ziel. Mehrere tausend Liter Wasser wurden dafür aus dem nahegelegenen Walensee entnommen.

Keine Kosten für Bauern

Den Landwirten werden für diese Lieferungen keine Kosten verrechnet, wie Allemand sagte. Die Flüge werden über das laufende Budget der Armee bezahlt, denn sie dienen den Piloten auch als Trainingsflüge. Ein Armeeeinsatz ist aber meist das letzte Mittel. Private Flugunternehmen bieten diese Dienstleistung gegen Geld ebenfalls an. Swiss Helicopter alleine hat seit Anfang Juli von seinen 14 Basen aus über 20 Wassertransporte geflogen, wie Geschäftsleitungsmitglied Patrick Aegerter kürzlich auf Anfrage sagte.

Damit lieferte das private Unternehmen bisher über 300.000 Liter Wasser auf verschiedene Alpen in der ganzen Schweiz. Die Nachfrage war bisher in der Ostschweiz und im Berner Oberland am größten.