Darknet-Netzwerk aufgeflogen: Weltweiter Schlag gegen Kindesmissbrauch
Zusammenfassung
- Weltweiter Schlag gegen ein Darknet-Betrugsnetzwerk, das mit Darstellungen von Kindesmissbrauch gegen Bitcoin-Zahlung warb.
- 440 von rund 600 Verdächtigen wurden identifiziert, nach dem mutmaßlichen Drahtzieher – einem 35-jährigen Chinesen – wird international gefahndet.
- Die internationale Operation „Alice“ unter Beteiligung von 23 Staaten führte zu Ermittlungen und Durchsuchungen, auch in Deutschland.
Ein großes Betrugsnetzwerk im Darknet ist aufgeflogen: Die Betreiber der Plattform sollen "in betrügerischer Absicht" Darstellungen von Kindesmissbrauch gegen Bezahlung mit Bitcoins angeboten haben, teilten deutsche Behörden am Freitag mit. Mehr als 373.000 Seiten wurden abgeschaltet, 440 von rund 600 Tatverdächtigen identifiziert, teilten das bayerische Landeskriminalamt, die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg und das bayerische Justizministerium in München mit.
Nach dem Kopf hinter dem Ganzen werde international gefahndet. Es handle sich um einen 35-jährigen Chinesen mit Wohnsitz in der Volksrepublik. Unter den identifizierten Tatverdächtigen sind auch neun Österreicher.
Mit Missbrauchsbildern geworben
Seit über vier Jahren hatten die bayerischen Ermittler eine Darknet-Plattform im Visier, auf der in letztlich betrügerischer Absicht vorrangig Abbildungen schwerer sexualisierter Gewalt gegen Kinder angepriesen wurden, um Interessierte zum Kauf weiterer Fotos und Videos zu animieren.
Auch wenn diese letztlich nicht geliefert wurden: Die Fake-Shops hatten mit echten Missbrauchsdarstellungen geworben, betonte Bayerns Justizminister Georg Eisenreich (CSU). "Man darf nicht vergessen: Hinter jedem Bild, hinter jedem Video steht das unfassbare Leid eines Kindes." Das Verfahren zeige auch, wie erschreckend groß die Nachfrage sei.
Derzeit werde weltweit gegen rund 600 Nutzer ermittelt, die zwischen Februar 2020 und Juli 2025 auf Missbrauchsplattformen Zahlungen getätigt haben. An der "Operation Alice" benannten Aktion beteiligten sich weltweit 23 Staaten, koordiniert von Europol, darunter auch Österreich. So halt das Wiener Complexity Science Hub, den Drahtzieher und über 400 Kunden zu identifizieren.
In Deutschland fanden Durchsuchungen gegen 14 Verdächtige in neun Bundesländern statt. Insgesamt wurden im gesamten Ermittlungskomplex Verfahren gegen 89 Beschuldigte aus Deutschland geführt.
Kommentare