Crans-Montana: Opferanwalt fordert Absetzung von Staatsanwältinnen

Aftermath of New Year’s Eve party fire and explosion at "Le Constellation" bar in Crans-Montana
Vorwurf schwerer Versäumnisse.

Nach der verheerenden Brandkatastrophe in der Silvesternacht in der Schweizer Gemeinde Crans-Montana hat eine Opferfamilie eine Absetzung der für den Fall zuständigen Staatsanwältinnen gefordert. Opferanwalt Garen Ucari warf den Staatsanwältinnen in einem Gerichtsdokument, das die Nachrichtenagentur AFP am Freitag einsehen konnte, schwerwiegende Versäumnisse und Fehler vor.

So warf der Anwalt die Frage auf, warum die Barbesitzer nicht umgehend nach der Brandkatastrophe mit 41 Toten festgenommen wurden. Er warf der Staatsanwaltschaft auch vor, zu spät mit Durchsuchungen und der Beschlagnahmung von Dokumenten und Handys begonnen zu haben. Es sei möglich, dass dadurch Beweise zerstört oder manipuliert worden seien.

41 Tote in Silvesternacht

Bei dem Feuer in der Bar "Le Constellation" in dem Skiort Crans-Montana waren in der Silvesternacht 41 Menschen ums Leben gekommen, die Hälfte von ihnen waren Jugendliche. 115 weitere Menschen wurden verletzt, viele von ihnen erlitten schwerste Verbrennungen.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der Brand durch an Flaschen befestigte Feuerwerksfontänen ausgelöst wurde, die zu nahe an die mit Schaumstoff verkleidete Decke gehalten wurden. Gegen die französischen Barbetreiber Jacques und Jessica Moretti wird wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung und fahrlässige Brandstiftung ermittelt.

Jacques Moretti saß im Jänner zwei Wochen in Untersuchungshaft, bevor er gegen Kaution auf freien Fuß kam. Er und seine Frau dürfen die Schweiz nicht verlassen. Die Ermittlungen richten sich inzwischen auch gegen zwei Sicherheitsverantwortliche der Gemeinde.

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