Katastrophe in Crans-Montana: 9,3 Quadratmeter Spenderhaut für Brandopfer

Aftermath of New Year's Eve party fire and explosion at "Le Constellation" bar in Crans-Montana
Die Haut von toten Spendern ist in drei Lieferungen per Kurier zum Universitätsspital und zum Kinderspital Zürich gebracht worden.

Eine Woche nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana haben Zürcher Spitäler von einem Lieferanten bisher 9,3 Quadratmeter Spenderhaut für Brandopfer erhalten. Das teilte die niederländische Gewebebank der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. Außerdem habe die Gewebebank Spenderhaut auch nach Leipzig geliefert, wo drei Schweizer Brandopfer behandelt werden, hieß es am Donnerstag.

Die Haut von toten Spendern sei zum Universitätsspital und zum Kinderspital Zürich gebracht worden, so die Gewebebank "ETB-BISLIFE". "Glücklicherweise zeigten sich die Schweizer Zollbehörden sehr kooperativ und ermöglichten eine verzögerungsfreie Abfertigung der Spenderhaut", sagte ein Sprecher der Gewebebank in Haarlem der Agentur.

Die Spenderhaut wird als temporärer Hautersatz eingesetzt, um die Wunden schwer brandverletzter Patientinnen und Patienten zu schützen, Infektionen zu verhindern und die Heilung zu unterstützen, bis das Einsetzen körpereigener Haut möglich ist.

Langer Leidensweg droht

Den Verletzten steht laut der deutschen Trauma-Expertin Sybille Jatzko ein langer Leidensweg bevor. Vieles erinnere an die schlimmen Verbrennungen bei der Flugtag-Katastrophe von Ramstein in Deutschland im August 1988, deren Opfer und Hinterbliebene Jatzko betreut hat.

"Wir wissen, wie lange sie gebraucht haben, einigermaßen ins Leben zurückzukommen, und wie viele Beeinträchtigungen nach fast 40 Jahren für die verbrannten Opfer jetzt noch da sind", sagte Jatzko von der Stiftung Katastrophen-Nachsorge im bayerischen Sonthofen. Als Beispiele nannte sie Hautprobleme oder ständig wiederkehrende Operationen." Sie haben einen schweren Weg vor sich."

Chefärztin geht von monatelangem Klinikaufenthalt aus

Die Chefärztin des Brandverletzten-Zentrums des Kinderspitals in Zürich, Kathrin Neuhaus, geht von monatelangen, äußerst intensiven Behandlungen aus. "Von solchen Patienten wissen wir, dass sie sehr, sehr viele Operationen brauchen", sagte sie jüngst im Schweizer TV-Sender SRF. "Wir rechnen mit Aufenthalten im Spital von drei bis fünf Monaten." Die Klinik behandelt fünf Brandopfer aus Crans-Montana. Vier davon seien aktuell in einem kritischen Zustand, teilte die Klinik der Deutschen Presse-Agentur mit.

Kommentare