Knife attack near former Charlie Hebdo offices

© EPA / IAN LANGSDON

Chronik Welt
09/26/2020

"Charlie Hebdo"-Attacke: Hauptverdächtiger gesteht

Nach dem Angriff auf zwei Journalisten legte der Hauptverdächtige ein Geständnis ab. Als Motiv nannte er die erneute Veröffentlichung umstrittener Mohammed-Karikaturen.

Nach der Messerattacke bei den ehemaligen Redaktionsräumen des Pariser Satiremagazins "Charlie Hebdo" mit zwei Verletzten hat der Hauptverdächtige die Tat gestanden. Der nach dem Angriff festgenommene Mann übernehme "die Verantwortung für seine Tat", hieß es am Samstag aus Ermittlungskreisen.

Als Motiv habe er die erneute Veröffentlichung umstrittener Mohammed-Karikaturen durch "Charlie Hebdo" genannt, die er "nicht ertragen" habe.

Nach eigenen Angaben ist er 18 Jahre alt und kommt aus Pakistan.

Am Samstag Vormittag gab es eine weitere Festnahme - ein früherer Mitbewohner des Hauptverdächtigen wurde verhaftet. Zwei weitere Festnahmen folgten im Laufe des Samstags. Nach Angaben aus Justizkreisen handelt es sich um einen Bruder und einen Bekannten des Hauptverdächtigen. Insgesamt befinden sich damit nun neun Verdächtige in Polizeigewahrsam. Ein zunächst in der Nähe des Tatorts festgenommener Algerier wurde dagegen in der Nacht wieder freigelassen. 

Vor dem einstigen Sitz der "Charlie Hebdo"-Redaktion hatte ein Angreifer am Freitag zwei Journalisten einer Agentur mit einem Hackmesser attackiert und schwer verletzt. Innenminister Gérald Darmanin sprach von einem islamistischen Terrorakt. 

Das Terrornetzwerk Al-Kaida hatte wegen der erneuten Veröffentlichung umstrittener Mohammed-Karikaturen durch "Charlie Hebdo" zuvor mit einem Anschlag gedroht.

Feige Gewalttat

EU-Ratschef Charles Michel brachte sein Mitgefühl zum Ausdruck. "Alle meine Gedanken sind bei den Opfern dieser feigen Gewalttat", schrieb der Belgier am Freitag auf Twitter. Seine Solidarität gehe an das französische Volk. Michel betonte: "Der Terror hat auf europäischem Boden keinen Platz."

Berichten zufolge wurden im Zentrum der Stadt mehrere Schulen und Krippen vorsichtshalber geschlossen. Der Bereich um den Tatort wurde von den Einsatzkräften komplett abgesperrt. Medien berichteten, dass Tausende Schüler und Kindergartenkinder ihre Schulen und Kindergärten stundenlang nicht verlassen durften.

Zusammenhang mit Prozess

Derzeit läuft in Paris ein Prozess gegen mutmaßliche Unterstützer der Terrorserie im Jänner 2015, bei der auch die Redaktion von "Charlie Hebdo" attackiert wurde. Das Magazin hatte zuletzt erneut Mohammed-Karikaturen veröffentlicht und ist daraufhin wieder bedroht worden.

Im Prozess sind 14 Menschen angeklagt. Bei der mehrtägigen, islamistischen Anschlagsserie waren im Januar 2015 insgesamt 17 Menschen getötet worden waren. Die Anschläge trafen die Redaktion von "Charlie Hebdo" und einen koscheren Supermarkt in Paris. Die drei Täter wurden damals von Sicherheitskräften erschossen.

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