Belästigung verboten: Beliebte Urlaubsinsel führt strenge Regeln ein

Strafen von bis zu 500 Euro drohen, wenn aufdringliche Händler oder Anbieter Urlauber auf der Insel belästigen. Die Gemeinde greift ab sofort hart durch.
Eine Gruppe von Touristen genießt die Aussicht auf die Küstenstadt und das Meer von einem Aussichtspunkt.

Der Gemeinderat der Urlaubsinsel Capri zieht ab sofort neue Saiten auf, eine ganze Reihe strengerer Regeln für Touristen wird eingeführt: Ab der beginnenden Sommersaison werden nur noch organisierte Reisegruppen von maximal 40 Menschen an Land gelassen.

Zudem dürfen Reiseleiter mit Gruppen von mehr als 20 Personen keine Lautsprecher mehr bei Führungen durch den Hauptort von Capri benutzen. Stattdessen sollen sie mit den Reisenden über Funkkopfhörer sprechen. Das soll andere Menschen - vor allem Einheimische - in der Umgebung vor Lärm und Belästigung schützen.

Player: videoCapri führt Obergrenze für TourDie Reiseleiter dürfen sich zudem künftig nur noch durch ein unauffälliges Schild als Guide kennzeichnen - statt etwa mit Regenschirmen oder an Stöcken befestigten Tüchern auf sich aufmerksam zu machen. 

Geldstrafen drohen

Neu ist nun auch: Wer auf Capri Urlaub macht, soll nicht mehr von aufdringlichen Händlern oder Anbietern belästigt werden. Wer Touristen aufdringlich zu Restaurantbesuchen, Taxifahrten oder Bootsausflügen drängt, muss künftig mit einer Geldstrafe rechnen. Insbesondere Wirte, die Passanten aggressiv in ihre Lokale locken wollen, stehen im Fokus der Behörden.
Betroffen sind aber auch alle anderen Anbieter touristischer Dienstleistungen wie Inselrundfahrten oder Führungen. Bei Verstößen werden Geldstrafen zwischen 25 und 500 Euro fällig. Zusätzlich ist es ab sofort verboten, Prospekte, Flyer oder Visitenkarten im öffentlichen Raum zu verteilen. Ziel des Gemeinderates: Den Gästen den Urlaub noch schöner machen.

Riesige Besucherströme

Das im Golf von Neapel gelegene Capri zählt zu den bekanntesten und meistbesuchten Urlaubszielen Italiens. Die Insel ist berühmt für ihre Villen mit weißen Außenwänden, ihre durch Buchten zerklüftete Felsenküste und die Luxushotels insbesondere im Hauptort.

In der Hochsaison erreichten die Besucherströme im Schnitt geschätzt bis zu 50.000 Menschen pro Tag. Auf der Insel leben gerade einmal etwa 13.000 Einwohner. Besonders im Sommer kam es bisher regelmäßig zu Überfüllung an Häfen, Aussichtspunkten und historischen Sehenswürdigkeiten.

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