Drama um Buckelwal "Timmy" geht weiter: Rettungsaktion unterbrochen

Die Hoffnung ist, dass sich der Buckelwal in tieferes Ostseewasser bewegt und dann Kurs Richtung Norden nimmt.
Buckelwal liegt weiter in Wismarbucht

Zusammenfassung

  • Buckelwal "Timmy" sorgt vor der deutschen Ostseeküste für Aufsehen und sitzt zeitweise in der Wismarer Bucht fest.
  • Trotz Rettungsversuchen und Beobachtung durch Einsatzkräfte bleibt der Gesundheitszustand des Tieres kritisch.
  • Der Wal ist seit Anfang März in der Ostsee unterwegs, trägt Netzreste im Maul und leidet unter Hautinfektionen.

Am Dienstag soll es vorerst keine weitere Rettungsaktion für den Buckelwal vor Wismars Ostseeküste geben. Man wolle dem Tier Ruhe gönnen, in der Hoffnung, dass das Tier es alleine schaffe sich freizuschwimmen, teilte ein Sprecher des Umweltministeriums mit. Am Mittwoch früh solle erneut ein Team den Zustand des Wals überprüfen.

Das Tier tauchte zwischenzeitlich ab, wurde aber am Dienstagvormittag erneut gesichtet. Dabei schwamm es zunächst frei, doch dann teilten Umweltminister Till Backhaus (SPD) und Greenpeace mit, dass der inzwischen "Timmy" genannte Meeressäuger wieder festsitze. Allerdings liege er so auf, dass er sich von selbst befreien können - wenn er denn wolle.

Ständig in Küstennähe

Der zwölf bis 15 Meter lange Meeressäuger lag seit mindestens Samstag in der Bucht vor Wismar in flachem Wasser. Am Montagabend hatte er sich mit weiter steigendem Wasserstand bewegt und war dann abgetaucht.

Der Buckelwal war zunächst in der Nacht auf den 23. März auf einer Sandbank in Schleswig-Holstein vor Timmendorfer Strand gestrandet. Später gelang es dem Tier, das flache Wasser zu verlassen, nachdem Helfer eine Rinne ausgehoben hatten.

Gesundheitszustand kritisch

Nach Angaben des Umweltministeriums war der Wal seit dem 3. März im küstennahen Bereich der Ostsee unterwegs. Laut der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd verfing er sich in einem Stellnetz. Ein Teil des Netzes befindet sich noch im Maul. Auch weist das Tier durch den relativ niedrigen Salzwassergehalt der Ostsee Hautinfektionen auf. Aus diesem Grund konnte nach Angaben des Deutschen Meeresmuseums auch kein Peilsender befestigt werden. "Der Gesundheitszustand des Tieres bleibt weiterhin kritisch", teilte das Meeresmuseum in Stralsund mit.

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