Angriff auf Tageszeitung: Demonstranten stürmen Redaktion in Turin
Hunderte Demonstrierende sind am Nachmittag in die Turiner Redaktion der italienischen Tageszeitung La Stampa eingedrungen.
Die teils vermummte Gruppe aus linksradikalen und propalästinensischen Kreisen brach zwei Eingangstüren auf und verschaffte sich gewaltsam Zutritt. In den Redaktionsräumen kam es zu Verwüstungen, Wände wurden beschmiert, Gegenstände durch die Räume geworfen. Immer wieder skandierten die Eindringlinge „Journalisten, Terroristen“.
Der Betriebsrat der Zeitung sprach von einem „gewalttätigen Angriff auf die gesamte Informationswelt“. Der Überfall sei ein „schwerer Angriff auf die Pressefreiheit“, besonders, weil er ausgerechnet am Tag eines landesweiten Journalistenstreiks stattgefunden habe, bei dem es um den Kollektivvertrag und die Verteidigung einer freien und pluralistischen Medienlandschaft ging.
Mattarella und Meloni zeigen Solidarität
Die Redaktion erhielt im Anschluss zahlreiche Solidaritätsbekundungen, darunter von Italiens Präsident Sergio Mattarella und Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. Mattarella telefonierte mit Chefredakteur Andrea Malaguti und verurteilte die Attacke scharf.
Meloni sprach von einem „äußerst schwerwiegenden Vorfall“, der die „schärfste Verurteilung“ verdiene. Die Freiheit der Presse sei ein hohes Gut, das täglich geschützt werden müsse.
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