Die Polizei bewacht den Eingang der Raul Brasil Schule.

© AP/Mauricio Sumiya

Chronik | Welt
03/13/2019

Amoklauf: Zehn Tote in Schule bei São Paulo

Die Täter, ehemalige Schüler, schlossen einen suizidalen Amok-Pakt und informierten sich über Gemetzel an US-Schulen.

Zwei junge Männer haben in ihrer ehemaligen Schule in Brasilien ein Blutbad angerichtet. Insgesamt kamen bei dem Amoklauf am Mittwoch zehn Menschen ums Leben. Die vermummten Täter stürmten die Schule in der Stadt Suzano im Bundesstaat Sao Paulo und eröffneten das Feuer, wie die örtlichen Sicherheitsbehörden mitteilten.

Auch Onkel ermordet

Fünf Schüler im Alter zwischen 15 und 17 Jahren sowie zwei Mitarbeiterinnen wurden getötet. Bei den Tätern handelte es sich nach Polizeiangaben um einen 25-Jährigen und einen 17-Jährigen. Nach dem Angriff erschoss der Jüngere zunächst seinen Komplizen und dann sich selbst. Zuvor hatten sie bereits den Onkel eines der Täter in seiner Autowaschanlage getötet.

 

Brutales Vorgehen

Die Schüler machten gerade eine Frühstückspause, als die Täter in das Gebäude eindrangen. Auf einem vom Nachrichtenportal G1 veröffentlichten Überwachungsvideo ist zu sehen, wie einer der Täter das Gebäude betritt und sofort das Feuer eröffnet. Kurz darauf kommt sein Komplize und schlägt mit einem Beil auf ein am Boden liegendes Opfer ein. Die Beamten entdeckten am Tatort später einen Revolver, eine Axt, einen Bogen, eine Armbrust, Molotowcocktails und eine verkabelte Tasche.

"Das war die traurigste Szene, die ich in meinem ganzen Leben gesehen habe. Ich bin sehr traurig, dass sich so etwas in São Paulo, in Brasilien, ereignet hat", sagte der Gouverneur von São Paulo, Joao Doria, nach einem Besuch des Tatorts. "Ich bin konsterniert, geschockt." Der Gouverneur ordnete eine dreitägige Trauerzeit in dem Bundesstaat an.

Suizidaler Amok-Pakt

Das Motiv war zunächst unklar. "Das ist die große Frage: Was war die Motivation der ehemaligen Schüler?", fragte der Minister für öffentliche Sicherheit in São Paulo, Joao Camilo Pires de Campos. Der jüngere Täter habe die Schule im vergangenen Jahr wegen Problemen verlassen. Ob er der Schule verwiesen wurde oder auf eigenen Wunsch ausschied, war zunächst unklar.

Nach Angaben der Polizei hatten die beiden Täter einen Pakt geschlossen. Demnach hatten sie geplant, den Angriff zu verüben und sich danach selbst zu töten. Im Internet sollen sie sich zuvor über Bluttaten an US-Schulen informiert haben. Die Ermittler prüfen nun, ob es sich bei den Tätern um eine kriminelle oder terroristische Vereinigung handelte, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Brasilien ist eines der am stärksten von Gewalt betroffenen Länder der Welt. Über 60.000 Menschen werden dort jedes Jahr getötet.