Hohe Lawinengefahr: AT-Alert in Vorarlberg, Großeinsätze in Tirol
In Vorarlberg ist am Sonntagvormittag wegen anhaltender hoher Lawinengefahr der AT-Alert ausgelöst worden. Vielerorts herrschte Lawinenwarnstufe vier von fünf, hieß es vom Lawinenwarndienst: Lawinen könnten nicht nur von einzelnen Wintersportlern ausgelöst werden, auch "Fernauslösungen und spontane Lawinen sind weiterhin zu erwarten". Vor Aktivitäten abseits der gesicherten Bereiche wurde ausdrücklich gewarnt. Am Samstag war im benachbarten Tirol ebenfalls AT-Alert auf alle Smartphones ausgelöst worden; dieser wurde am Sonntag um 24 Stunden verlängert.
Die Leitstelle Tirol zählte bis zum frühen Samstagnachmittag sechs Lawinen, bei denen noch abgeklärt werden muss, ob Personen erfasst wurden. In mehreren Gebieten hat das Großeinsätze zur Folge - laut ORF läuft seit Mittag einer in Tux. Im freien Skiraum nahe des Hintertuxer Gletschers ging gegen 12 Uhr eine Lawine ab.
Vater und Sohn erfasst
Laut ersten Informationen der Leitstelle Tirol wurde ein Vater mit seinem Sohn von der Lawine erfasst und teilweise verschüttet. Die beiden wurden laut Leitstelle nicht lebensbedrohlich verletzt, mit dem Notarzthubschrauber wurden sie in das Krankenhaus Schwaz geflogen.
Unklar war die Situation in See in Paznaun: Dort soll ein Schneebrett von einer Böschung auf eine Piste abgerutscht sein - eine verschüttete Person wurde vermutet. Großeinsätze liefen ebenfalls in Reith bei Seefeld und Obergurgl.
Lech und Zürs erreichbar
Wieder freigegeben wurde unterdessen die L198, teilte die Polizei auf APA-Anfrage mit. Am Samstagnachmittag war eine Lawine auf der L198 zwischen Zürs und dem Flexenpass abgegangen, die Lawine hatte die Fahrbahn auf einer Länge von rund 30 Metern bis zu 1,20 Meter hoch verschüttet. Personen kamen aber nicht zu Schaden. Nach dem Lawinenabgang wurde beschlossen, die Straße ab 17 Uhr zu sperren. Die Sperre wurde Sonntagfrüh nach einer Begutachtung durch die Lawinenkommission aber wieder aufgehoben. Damit sind die Skiorte Lech und Zürs wieder erreichbar.
Steiermark: Entspannung
Nach den starken Schneefällen Ende der Woche waren am Sonntag noch immer mehrere hundert Haushalte in der Südweststeiermark ohne Strom. Allerdings rechnete man damit, dass die Stromversorgung bis auf wenige Ausnahmen in den kommenden Stunden wiederhergestellt werden könne, hieß es auf APA-Anfrage von der Energie Steiermark. Am Sonntagvormittag waren noch 25 Trafostationen außer Betrieb, zum Höhepunkt der Schadensereignisse waren es rund 1.100.
Nachdem sich das Wetter gebessert hatte und die Schadstellen erreichbar waren, wurden die Reparaturarbeiten "mit Hochdruck" fortgesetzt. Seit Samstagfrüh hatten die steirischen Feuerwehren mit 324 überdurchschnittlich viele Einsätze verzeichnet. Hauptaufgaben waren das Entfernen von umgestürzten Bäumen, die Absicherung von herabhängenden Strom- und Telefonleitungen sowie Pkw- und Lkw-Bergungen.
Situation im Burgenland besser
Die Stromversorgung im Burgenland wurde indes am Samstagabend wiederhergestellt, alle Trafostationen sind wieder am Netz. Wie die Burgenland Energie mitteilte, konnte der durch den jüngsten Wintereinbruch verursachte Reparatureinsatz beendet werden. Entspannt hat sich die Situation auch auf den Straßen. Einige Verbindungen dürften aber auch am Sonntag noch gesperrt bleiben. Im Burgenland waren zahlreiche Stromleitungen vor allem im Süden von umgestürzten Bäumen beschädigt worden. Tausende Haushalte waren ohne Strom. Inzwischen seien alle wieder am Stromnetz, wurde verkündet.
"Historisches Unwetterereignis"
"Der starke Schneefall am Freitag, war ein historisches Unwetterereignis, das zu massiven Zerstörungen unserer burgenländischen Stromnetze geführt hat", hob Stephan Sharma, der Vorstandsvorsitzende der Burgenland Energie, hervor. Man sei im Dauereinsatz gestanden und habe die Versorgung wiederhergestellt. Insgesamt 200 Trafostationen seien wieder an das Netz angebunden worden.
Einige Straßen noch gesperrt
Menschen, die mit dem Auto im Burgenland unterwegs sind, müssen hingegen noch mit vereinzelten Behinderungen rechnen. Einige wenige Verbindungen sind noch gesperrt, wie das Medienservice des Landes mitteilte. Spätestens am Montag sollen aber auch diese Straßen wieder passierbar sein.
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