Bestandskontrolle: Vorarlberg beteiligt sich an Kormoran-Projekt
Vorarlberg bemüht sich weiter um ein für Naturschutz und Fischerei verträgliches Eindämmen der Bestände des geschützten Kormorans.
Weil das Kormoranmanagement eines einzelnen Bodensee-Anrainers schnell an Grenzen stößt - die Tiere halten sich nicht an Landesgrenzen - beteiligt sich Vorarlberg an einem vom deutschen Bundesland Baden-Württemberg eingereichten Interreg-Projekt, das 2025 begonnen wurde. Unter anderem wird geprüft, ob das Einölen der Eier den Bruterfolg senkt.
Die Zahl der in Vorarlberg brütenden Kormorane ist nach Angaben des Landes seit etwa zehn Jahren bei rund 50 Paaren konstant. Am gesamten Bodensee ist sie zuletzt deutlich angewachsen. Weil das Management des Kormoranbestandes nur gemeinsam zielführend sei, beteilige sich Vorarlberg gern an dem Interreg-Projekt, sagte Walter Niederer, Leiter der Kormoran-Arbeitsgruppe für Vorarlberg, der APA.
Testflüge mit Agrardrohne
Das Projekt "Fischartenschutz und Kormoranmanagement am Bodensee" läuft von 2025 bis 2028, der finanzielle Beitrag des Landes Vorarlberg beläuft sich nach dessen Angaben auf 18.400 Euro. Eines von mehreren Arbeitspaketen beinhaltet auch Testflüge mit einer Agrardrohne, die die auf Bäumen abgelegten Eier der Kormorane mit Öl besprüht.
Das soll deren Weiterentwicklung verhindern und so den Bruterfolg senken. Getestet werde in Deutschland, so Niederer, allfällige Ergebnisse würden aber der ganzen Region zugutekommen.
Seit 2001 brüten Kormorane am Vorarlberger Bodenseeufer im Bereich der unter Naturschutz stehenden Fußacher Bucht, was bald zu Konflikten mit der Fischerei führte, da ein einzelner Kormoran gut ein halbes Kilo Fisch am Tag fressen kann.
2023 wurden 53 erfolgreiche Bruten mit 154 flüggen Jungtieren gezählt. Für das Kormoranmanagement und -monitoring gibt das Land jährlich rund 30.000 Euro aus.
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