Waldbrand auf Innsbrucker Nordkette: Bub (12) entfachte Feuer
Am Samstag brach ein Waldbrand auf der Nordkette hoch über Innsbruck aus. Der Brand ist unter Kontrolle, die Löscharbeiten dauern auch am Sonntag an.
Nach dem Brand auf der Nordkette hoch über Innsbruck, bei dem rund acht Hektar Wald betroffen waren, sind Sonntagfrüh die Löscharbeiten wieder aufgenommen worden. Wie berichtet, war der Brand Samstagabend unter Kontrolle, ein „Brand aus“ konnte aber nicht gegeben werden. Das wird es auch am Sonntag nicht geben, wie Marcus Wimmer von der Berufsfeuerwehr Innsbruck der APA berichtete.
Während Sonntagnachmittag noch gelöscht wurde, kam ein Zwölfjähriger mit seinem Vater zu einer Innsbrucker Polizeiinspektion und teilte mit, dass er für das Feuer verantwortlich sei. Er habe am Samstag auf einer Wanderung mit seiner Familie einen pyrotechnischen Gegenstand gezündet, worauf sich ein Wiesenbrand entwickelte.
Familie konnte Brand nicht selbst löschen
Man habe sofort versucht, die Flammen zu löschen, was jedoch aufgrund der Trockenheit, des hohen Grasbewuchses sowie der Steilheit des Geländes nicht gelungen sei, schilderte die Polizei der APA die Aussagen von Vater und Sohn. Daraufhin setzte der Vater den Feuerwehrnotruf ab. Aufgrund der starken Brand- und Rauchentwicklung habe sich die Familie schließlich vom Brandort entfernt. Bereits vorher habe der Bub auf der Wanderung vereinzelt pyrotechnische Gegenstände gezündet. Nach Abschluss der Ermittlungen werde ein Bericht an die Staatsanwaltschaft Innsbruck erstattet, hieß es von der Exekutive.
Das Bundesheer unterstützte die Löscharbeiten nun ebenfalls mit Hubschraubern. Der Assistenzeinsatz erfolgt auf Anforderung der Landeswarnzentrale Tirol, hieß es in einer Aussendung des Verteidigungsministeriums.
Hubschrauber von Bundesheer und Polizei löschen aus der Luft
Laut Wimmer sollen zwei Agusta Bell 212 „AB212“ zum Einsatz kommen. Der Agusta Bell 212 ist laut Bundesheer ein mittlerer Transporthubschrauber mit zwei Triebwerken und einem Kufenlandegestell. Er kann bis zu 14 Personen transportieren. Eine Seilwinde und ein Außenlasthaken ermöglichen vielfältige Einsätze, auch bei der Waldbrandbekämpfung. Der Hubschrauber erreicht eine Reisegeschwindigkeit von 162 km/h, hat eine Reichweite von 420 Kilometern und kann rund 1.000 Kilogramm Löschwasser aufnehmen.
Gegen 9 Uhr befanden sich vorerst noch zwei Polizeihubschrauber im Löscheinsatz. Auch vom Boden aus versuchte man, der Flammen endgültig Herr zu werden.
Waldbrand auf der Innsbrucker Nordkette.
Am Samstag wurden die Löscharbeiten aufgrund der Dunkelheit, die zu einem Gutteil aus der Luft durchgeführt wurden, am frühen Abend vorerst unterbrochen. Betroffen war ein bewaldeter, sehr steiler Berghang in einem schwer zugänglichen Gebiet im Bereich „Tobl“ östlich der Höttinger Alm und südwestlich der Seegrube auf rund 1.400 Metern Höhe. Verletzt wurde niemand, auch Infrastruktur kam nicht zu Schaden.
Aufenthaltsverbot am Sonntag
Rund 150 Feuerwehrleute standen seit Ausbruch des Brandes kurz nach Samstagmittag im Einsatz - neben der Berufsfeuerwehr Innsbruck auch Freiwillige Feuerwehren aus der Tiroler Landeshauptstadt und von umliegenden Gemeinden. Auch drei Polizeihubschrauber aus Tirol, Vorarlberg und Salzburg sowie der Notarzthubschrauber „C1“ kämpften gegen die Flammen an.
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