Alfred-Stingl-Brücke: Graz ehrt bedeutenden Altbürgermeister
Seit Freitag trägt eine Brücke den Namen des ehemaligen Grazer Bürgermeisters.
"Alfred Stingl wurde durch seine Persönlichkeit und durch sein Wirken weit über seine Partei und weit über Graz hinaus geschätzt", beschreibt Elke Kahr (KPÖ) einen ihrer bekanntesten Vorgänger im Bürgermeisteramt. Die Erinnerung an Stingl - SPÖ-Stadtchef von 1985 bis 2003 - ist seit Freitag auch im öffentlichen Raum sichtbar: In Graz wurde eine Brücke nach Stingl benannt.
"Sein Vorbild ist auch ein Auftrag für kommende Generationen", betont Kahr, Bürgermeisterin seit November 2021.
Stingl starb Ende Mai 2025 einen Tag nach seinem 86. Geburtstag. Um den Langzeitbürgermeister - er stand 18 Jahre lang an der Spitze der Grazer Stadtregierung - entsprechend zu würdigen, beschloss die Koalition aus KPÖ, Grünen und SPÖ, die bisherige Augartenbrücke nach ihm zu benennen.
Die Spuren seiner Amtszeit
Der Beschluss fiel am 22. Jänner, am Freitag wurden die Tafeln angebracht. Stingls Amtszeit hat deutliche Spuren hinterlassen: Der Wiederaufbau der in den Novemberpogromen 1938 von den Nationalsozialisten zerstörten Synagoge fällt ebenso hinein wie die Aufnahme der Grazer Altstadt in das UNESCO-Weltkulturerbe und das Kulturhaupstadtjahr.
Elke Kahr, Doris Kampus und Judith Schwentner auf der nunmehrigen "Alfred-Stingl-Bücke".
Stingl galt als Verbinder zwischen Kulturen und Religionen, aber auch der Parteien. "Er hat Graz geprägt wie kaum jemand sonst, als Bürgermeister, als Mensch, als Motor des Dialogs", erinnert sich Vizebürgermeisterin Judith Schwentner (Grüne).
"Brücke für den Brückenbauer"
Eine Brücke nach ihm zu benennen, sei nur konsequent, überlegt Schwentner: "Eine Brücke für den Brückenbauer." Sie liegt noch in unmittelbarer Nähe zur Synagoge, deren Wiedererrichtung im Jahr 2000 eines der wichtigsten Anliegen Stingls war, betont SPÖ-Stadtparteiobfrau Doris Kampus. Die Brücke stelle ein "verbindendes Symbol für sein Wirken in Graz und weit darüber hinaus" dar.
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