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Chronik Österreich
10/21/2020

Winterhilfe für Igel: Die Kleinsten wiegen 200 Gramm

Schon Dutzende Tierbabys bei "Pfotenhilfe" einquartiert: Sie sind zu schwach, um ohne menschliche Unterstützung zu überleben.

von Elisabeth Holzer

Alle drei Stunden ein Fläschchen, ausreichende Wärme und viel Pflege: Ein Baby ist durchaus anspruchsvoll, vor allem, wenn es gerade einmal 200 bis 300 Gramm leicht ist und stachelig - in der „Pfotenhilfe“ in Lochen haben bereits Dutzende Igelkinder Quartier bezogen. Sie wurden von Spaziergängern gefunden.

Die Baby-Igel sind zu jung, um allein über den Winter zu kommen. „Es werden in den nächsten Wochen mit Sicherheit noch einige dazu kommen“, vermutet „Pfotenhilfe“-Geschäftsführerin Johanna Stadler.

Die meisten Tiere wurden in die Auffangstation gebracht, weil ihre Mütter im Straßenverkehr getötet wurden. Ihre viel zu leichten Babys hätten keine Chance, zu überleben, beschreibt Stadler: „Die Findlinge wiegen derzeit kaum 200 bis 300 Gramm. Sie bräuchten aber mindestens 600 Gramm, um über den Winter zu kommen.“

Igel brauchen Fettreserven

Der Winterschlaf der Igel beginnt üblicherweise Anfang November und dauert bis etwa März. Doch dafür brauchen die Tiere ordentliche Fettreserven, deshalb sind sie jetzt sehr aktiv und suchen nach Futter. Gesunde und kräftige Tiere schaffen es ohne menschliches Zutun, allerdings kann man es ihnen leichter machen, betont Stadler: Wer einen Garten besitzt, könnte einen Laubhaufen errichten, diese Art Unterschlupf mögen die unter Naturschutz stehenden Tiere nämlich gern.

Es ist einiges zu beachten

Wenn man sich dazu entschließt, einen zu schwachen Igel zu Hause zu versorgen, sollte man sich der Herausforderung bewusst sein, betont die „Pfotenhilfe“-Expertin. „Man muss manches beachten. Eine ideale Unterkunft ist dabei genauso wichtig wie das artgerechte Futter.“

Als Nahrung bietet sich spezielles Igeltrockenfutter an, aber auch handelsübliches Katzenfutter. Keinesfalls dürften die Tiere Obst oder Gemüse fressen, davon bekommen sie Durchfall.

Unterkühlung droht

Außerdem dürfen die Igel nicht auskühlen. Ihre normale Körpertemperatur liegt bei 36 Grad, das lässt sich leicht testen: „Wenn sich das Tier am Bauch deutlich kälter anfühlt als die eigene Haut, ist der Igel höchstwahrscheinlich unterkühlt und man muss handeln“, rät die Expertin.

Dafür sind eine Heizdecke oder eine mit einem Handtuch umwickelte Wärmeflasche nötig. Sobald das Tier kräftig genug ist, sollte es in einem kühlen Raum in einem mit Heu oder Laub ausgestreuten Gehege untergebracht werden.

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