© APA/dpa-Zentralbild/Jan Woitas

Chronik Österreich
12/17/2019

Winter adé: Kaum Chance auf weiße Weihnachten

Im Flachland wird es am Heiligen Abend wohl grün bleiben. Schnee könnte wohl in höheren Lagen fallen.

Von Winter keine Spur. Gerade im Westen und Süden des Landes bläst der Föhn warme Luft vor sich her. Und so wurde in der Nacht auf Dienstag die absolut wärmste Dezembernacht seit Messbeginn verzeichnet. Das Thermometer kletterte auf sage und schreibe 13,9 Grad in Feldkirch. Bereits in der Früh hatte es beinahe frühsommerliche  20 Grad.

Und auch wenn die Temperaturen gegen Wochenende hin wieder fallen sollen, machen Sie sich, wenn Sie im Flachland wohnen, eher keine Hoffnungen: Die Chancen auf weiße Weihnachten sind äußerst gering.

Derzeit liegt der Alpenraum an der Vorderseite einer Tiefdruckrinne, die von Marokko über Westeuropa bis nach Skandinavien reicht, in einer stürmischen Südströmung. „Dabei wird sehr milde Luft aus Nordafrika direkt zu den Alpen geführt“, analysiert Manfred Spatzierer, Chefmeteorologe der Unwetterzentrale. „Somit ist es auch wenig verwunderlich, dass mit dem Südföhn selbst in der Nacht Temperaturen von bis zu 20 Grad erreicht werden.“ In windgeschützten Tälern, wie etwa dem Ennstal, herrscht hingegen immer noch Frost und im östlichen Flachland dominiert der Bodennebel.

Am letzten Adventswochenende stellt sich die Großwetterlage auf ein abwechslungsreiches Westwetter um. Dabei ziehen in Folge mehrere Tiefs über das nördliche Mitteleuropa hinweg und bringen einmal kühlere, dann wieder mildere Luft nach Österreich. Generell pendelt die Schneefallgrenze um die 1.000 Meter, zu Weihnachten - vielleicht sogar etwas tiefer.

Somit bestehen laut Wetterdienst UBIMET in den höheren Nordalpentälern trotz des derzeit massiven Südföhns noch Hoffnungen auf weiße Weihnachten, im Flachland hingegen sind diese verschwindend gering. Somit heißt es wohl ein weiteres Jahr warten auf weiße Weihnachten.

Eine Herausforderung stellt die derzeitige Wetterlage mit Föhnsturm und extrem warmen Temperaturen für Skigebiete in niedrigen Lagen dar. "Es ist der übliche weihnachtliche Wahnsinn", sagt Peter Grander, Geschäftsführer der Bergbahnen in St. Johann im Tiroler Unterland.

12 Grad auf 1000 Metern

Föhneinbrüche im Dezember ist man hier gewohnt. "Das setzt natürlich der Schneelage zu. Akutell hat es auf 1000 Metern bei uns gerade 12 Grad", berichtet Grander Dienstagmittag. Die Bergstation des Skigebiets im Bezirk Kitzbühel liegt gerade einmal auf rund 1600 Metern Höhe.

In solchen Lagen sind Warmwettereinbrüche Gift für die Pisten. "Wir haben uns mal darauf eingestellt, dass es über Weihnachten so warm bleibt. Wir sind aber zuversichtlich, dass wir den Skibetrieb aufrecht erhalten können", sagt der Bergbahnen-Chef. Fraglich sei aber, ob alle Lifte wie geplant aufsperren können.

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