Bis auf 800 Meter kann es am Mittwoch schneien.

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Chronik Österreich
05/14/2019

Wetter: Mai könnte kältester seit 40 Jahren werden

Mittwoch erreichen die Temperaturen ihren Tiefpunkt. Auch Schneefälle sind möglich. Ab Donnerstag wird es milder.

Die Eisheiligen sind noch nicht vorbei und damit auch nicht das kalte Wetter. Denn vergangene Nacht gab es zum Eisheiligen Bonifatius reichlich Frost. Der Mai jagt derzeit einem Rekord nach und könnte der kälteste Mai-Monat der vergangenen 40 Jahre werden, so eine Prognose der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG).

Dementsprechend viele Menschen empfinden diesen Mai als besonders frisch. "Überdurchschnittlich warme Monate sind für uns fast schon der Normalfall geworden, da wirkt dann jeder zu kühle Monat bereits ungewöhnlich", sagt Alexander Orlik von der ZAMG.

Mai um bis zu 3,5 Grad zu kühl

Um etwa 2,5 bis 3,5 Grad könnte dieser Monat zu kühl ausfallen. Die letzten deutlich zu kalten Monate waren 2004 mit 1,8 Grad unter den durchschnittlichen Mai Temperaturen, 1991 erreichten die Temperaturen sogar 4,4 Grad darunter.

Betroffen vom kalten Wetter waren vergangene Nacht vor allem die Täler in Vorarlberg und Tirol. Aber auch in höheren Lagen des Mühl- und Waldviertels wurde es frostig. Im Bregenzerwald sanken die Temperaturen sogar bis auf minus drei Grad ab. Noch kälter war es mit minus vier Grad in den Hochtälern der Alpen.

Grund für die Abkühlung ist die kalte Luft, die nach Mitteleuropa strömt. Bis vergangene Nacht blieb Österreich jedoch weitestgehend vom Frost verschont, da Wolken und Wind die Temperaturen vorerst nicht unter null Grad sinken ließen. Vergangene Nacht lockerten die Wolken aber auf und der Wind ließ nach, weswegen es in höheren Gebieten zu Frost kam.

Der kälteste Tag der Woche steht mit dem Mittwoch aber noch bevor. Auch wenn die Frostgefahr nachlässt, wird das Wetter zur Kalten Sophie trüb und nass. Denn wie heißt eine Bauernregel: Die kalte Sophie, die bringt zum Schluss, ganz gern noch einen Regenguss.

Bis auf 800 Meter schneit es

Im Norden und Osten regnet es. In den Nordalpen fällt oberhalb von 800 bis 1100 Meter Schnee. Vor allem sinken aber die Temperaturen noch weiter ab: Die Höchstwerte liegen zwischen vier Grad im Mariazellerland und zwölf Grad im Oberen Waldviertel.

Die Landwirtschaft freut sich über das unbeständige Wetter freuen, denn der kalte Mai brachte reichlich Regen mit sich. Vom Tiroler Unterland über Salzburg und Oberösterreich bis Wien und zum Nordburgenland regnete es bereits zwei bis drei Mal so viel wie in einer durchschnittlichen ersten Maihälfte.

Im Süden Österreichs und in Vorarlberg liegt die Niederschlagsmenge im Durchschnitt. Der Boden konnte so reichlich Wasser tanken. Laut ZAMG seien einzelne Regionen dennoch zu trocken, etwa Teile Niederösterreichs und des Burgenlands und die südliche Steiermark.

Ab Donnerstag lockert es auf

Ab Donnerstag wird es dann aber wieder wärmer. Da sind dann auch die sogenannten Eisheiligen vorbei. Der Himmel ist dennoch in ganz Österreich meist bewölkt. Im Norden regnet es. Zum Abend hin lockert es im Osten auf und die Temperaturen steigen auf acht bis 16 Grad.

Am Wochenende setzt sich dieser Trend fort: Eine föhnige Südströmung sorgt vor allem an der Alpennordseite für Sonne. Die Temperaturen erreichen 14 bis 21 Grad. Samstag und Sonntag steigen sie weiter bis zu 24 Grad.

Von Petra Hochstrasser