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Tirol
02/26/2021

Westbahnstrecke: Vager Fahrplan für zweites Gleis am Arlberg

In den kommenden zehn Jahren werden 240 Millionen Euro in den Ausbau der Tiroler Bahninfrastruktur gesteckt

von Christian Willim

Die Stimmung war ausnehmend gut, bei einer Pressekonferenz am Donnerstag im Innsbrucker Landhaus – frei nach dem Motto: Endlich mal kein Corona-Thema.

Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) und Verkehrslandesrätin Ingrid Felipe (Grüne) live vor Ort sowie Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) und ÖBB-Vorstandsvorsitzender Andreas Matthä digital zugeschaltet präsentierten ein gemeinsam geschnürtes Paket für den Bahnausbau in Tirol.

Der „Tiroler Vertrag 2“ sieht vor, dass in den kommenden zehn Jahren 240 Millionen Euro (55 davon vom Land) unter anderem in die Modernisierung von 18 Bahnhalten im Bundesland investiert werden sollen.

Es handle sich nicht nur um eine Grundsatzvereinbarung, „es handelt sich auch um einen Fahrplan. Wir Eisenbahner arbeiten gerne nach Fahrplänen. Damit können wir sicherstellen, dass es auch pünktlich ins Ziel geht“, sagte Matthä zur Umsetzung der paktierten Vorhaben.

Zweites Gleis Richtung Vorarlberg

Es gehe aber auch um den großen Blick, meinte Felipe. Der zweigleisige Ausbau auf der Arlbergstrecke im Oberland sei ebenfalls „im Tirolvertrag enthalten“.

Hier blieb es aber bei Nachfragen zu einem konkreten Fahrplan für das seit Jahrzehnten geforderte zweite Gleis Richtung Vorarlberg vage. Für den Leiter der Landesverkehrsplanung, Ekkehard Allinger-Csollich, „wäre es schön“, wenn die erweiterte Infrastruktur schon in den neuen Fahrplänen 2030 berücksichtigt werden könnte.

Zuerst der Plan

ÖBB-Chef Matthä war da schon zurückhaltender: „Bevor man zum Bauen anfängt, sollte man den Plan fertig haben und mit den Gemeinden und den Anrainern die entsprechenden Übereinkommen haben.“

Bei aller freundschaftlichen Atmosphäre wollte sich Platter damit nicht zufriedengeben. Er erinnerte daran, den zweigleisigen Ausbau im Tiroler Oberland bereits in den 1990er-Jahren im Nationalrat gefordert zu haben.

Das Thema werde seit Jahren diskutiert, so der Landeshauptmann. „Deshalb ist schon meine Bitte, dass die ÖBB einen klaren Fahrplan erstellen, damit man weiß: Wann wird begonnen und wann ist mit einer Fertigstellung zu rechnen.“

Ein Tunnel unter dem Fernpass

In noch weiterer Ferne als der Ausbau auf der Arlbergstrecke ist ein anderes Bahnprojekt. Der Fernpasstunnel mit dem der Bezirk Reutte mit dem Inntal verbunden werden soll. Hier sei mit der ÖBB vereinbart, „die Planungen zu vertiefen“.

Verkehrsministerin Gewessler steckt indes mitten in den Verhandlungen für die bundesweite Stufe des 1-2-3-Tickets. Mit Tirol, Vorarlberg und Salzburg gibt es bereits Verträge. „Die nächsten folgen in den nächsten Wochen“, versicherte die Ministerin, ohne konkreter zu werden.

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