Chronik | Österreich
09.04.2018

Vorarlberg: Arzt verkaufte Kochsalzlösung als Arznei

Ein 69-Jähriger muss sich wegen gewerbsmäßigen schweren Betrugs vor Gericht verantworten.

Ein 69-jähriger Vorarlberger Allgemeinmediziner soll schwerkranken Patienten Kochsalzlösung als wirksame Arznei verkauft haben. Dem Mann wird vorgeworfen, 39 Patienten getäuscht und sich dabei um rund 64.000 Euro unrechtmäßig bereichert zu haben. Seit Montag muss er sich vor dem Landesgericht Feldkirch verantworten, das Schöffenverfahren wurde für zehn Verhandlungstage angesetzt.

Der Arzt verkaufte zwischen August 2015 und August 2016 Ampullen namens "Powerlight" und versprach den Patienten - darunter auch Personen, die aus anderen Bundesländern nach Vorarlberg kamen - baldige Genesung. Das Produkt, das laut Anklage lediglich aus einer Kochsalzlösung bestand, wurde vom 69-Jährigen als Heilmittel unter anderem gegen alle Arten von Krebs, HIV, Hepatitis oder auch Malaria angepriesen. Bei den Käufern soll es sich hauptsächlich um Kranke gehandelt haben, denen die Schulmedizin nicht mehr helfen konnte.

"Wasser kann programmiert werden"

In den Augen der Staatsanwaltschaft hat der 69-jährige Angeklagte geschäftsmäßigen schweren Betrug begangen. In ihrer Argumentation stützte sie sich vor allem darauf, dass die Preise für das angebliche Heilmittel nach Schwere der Krankheit gestaffelt waren. Die Verteidigung betonte, dass ihr Mandant selbst von der Wirkung der Inhaltsstoffe überzeugt war. "Wasser kann programmiert werden", sagte der angeklagte Vorarlberger vor Gericht. Er habe keine Betrugsabsicht gehabt.

Zum Prozess wurden 51 Zeugen geladen, ob alle kommen, ist fraglich. Viele der Patienten sind bereits verstorben, somit kann einiges nicht mehr geklärt werden. Im Falle eines Schuldspruches könnte der unbescholtene Mann zu einer Haftstrafe von maximal fünf Jahren Haft verurteilt werden.